Zwischen Uni und Schule hat es gefunkt!

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Das Forschungsprogramm Sparkling Science bringt zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammen gehört. Studenten lernen von Hauptschülern und dienen diesen wiederum als Rollenvorbilder für das zukünftige Berufsleben.

Hinter dem originellen Namen "Sparkling Science" steckt ein junges Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung, das einen unkonventionellen und in Europa einzigartigen Weg der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung beschreitet.  Die Besonderheit des Programms: In den großen Forschungsprojekten arbeiten Wissenschafter Seite an Seite mit Schülern und Schülerinnen, wobei die jungen Forscher aktiv Teilbereiche der Forschung übernehmen und eigenständig bearbeiten. Die Schüler bringen wichtige Anregungen in den Forschungsansatz ein, sie wirken an der Konzeption und Durchführung von Untersuchungen mit, machen Befragungen, erheben Daten, interpretieren diese gemeinsam mit den Wissenschaftern und stellen die Ergebnisse an Schulen, an Universitäten und sogar bei wissenschaftlichen Tagungen vor.

Geforscht wird bei "Sparkling Science" an aktuellen Fragen aus den unterschiedlichsten Themenfeldern aller Wissenschaftsdisziplinen: Von Mechatronik über Molekularbiologie bis Migrationsforschung, von Akustik über Biometrik bis zur Literaturwissenschaft. Ein besonders erfolgreiches Projekt ist die  Zusammenarbeit der KMS (Kooperative Mittelschule) Schopenhauerstraße und der Wirtschaftsuniversität Wien. Unter dem Motto „Hauptschule trifft Hochschule“ behandeln Schülern und Studenten    Themen der Migrationsforschung und analysieren den Dialog und die Konflikte der unterschiedlichen Kulturen.

Spezifisches Wissen
Der Standort Schopenhauerstraße weist einen 90-prozentigen Schüleranteil mit Migrationshintergrund auf. Umgeben von Privat- und allgemein bildenden höheren Schulen ist diese KMS ein Ort, an dem alle Spannungen der real existierenden multikulturellen, multiethnischen Gesellschaft sichtbar werden. Die aktuelle Forschungsfragen, die  die WU-Studenten und Schüler der KMS Schopenhauerstraße behandeln, hinterfragen den rassistischen Diskurs in österreichischen Tageszeitungen, erläutern den Begriff Heimat und suchen nach neuen "Orten" für eine erfolgreiche Integration.  Hier können Schüler ihre Meinung und Erfahrungen einbringen und tun dies auch mit viel Begeisterung und Interesse, bestätigen die betreuenden Lehrerinnen und die an den Projekten beteiligten Studenten. "Unsere Gruppe hat zu der Frage ‚Rassismus in den Medien" geforscht. Das war besonders interessant, weil die Schüler großteils Migrationshintergrund haben und einen besonderen Zugang haben, aber auch spezifisches Hintergrundwissen mitbringen, das wir in unserem Universitätskontext einfach nicht haben", erklärt die Studentin Laura Magenau.

Rollenvorbilder
Doch abgesehen von der inhaltlichen Bereicherung des schulischen Alltags erfüllt diese Kooperation auch eine andere wichtige Aufgabe: "In erster Linie sind die Studenten für unsere Schüler Rollenvorbilder und gemeinsam mit ihnen Plätze besuchen zu können an die sie sonst nie hinkommen würden und mit ihnen als Partner zu forschen. Das ist etwas, was ihnen in Erinnerung bleiben wird, wenn man sie fragt, was sie nach vier Jahren Hauptschule mitgenommen haben", sagt Gerda Reissner, Lehrerin und Projektbeteiligte an der KMS Schopenhauerstraße.

Kommunikation lernen
Die Themen, die im Rahmen des Programms Sparkling Science behandelt werden, sind breit gefächert. Die Schüler der HTL Mödling  befassen sich mit dem Thema Verkehr und Sicherheit. Zusammen mit dem Institut für Mechanik und Mechatronik der TU Wien berechnen und werten sie  verkehrs- und sicherheitstechnische Parameter aus. Doch auch bei dieser Kooperation geht es den Beteiligten vor allem um die Vorteile, die die Teilnahme, abseits vom Fachwissen, für die  Schüler mitbringt. "Sparkling Science fordert im wesentlichen die Kommunikation zwischen den Schülern, aber auch die Kommunikation mit den universitären Einrichtungen". Für die beteiligten Studenten ist die Zusammenarbeit mit den jüngeren Kollegen in vielerlei Hinsicht bereichernd. "Ich studiere auf Lehramt", sagt TU-Student und Projektteilnehmer Sebastian Hiller, "und deswegen ist für mich die Arbeit mit den Schülern der HTL Mödling sehr lehrreich".

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September 2009 / Olivera Stajić

Den gesamten Artikel lesen Sie in der September-Ausgabe des pfm-Magazins.

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