Die Marktstudie „Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2009“ im Auftrag des BMVIT gibt einen Einblick in die Entwicklung von Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen in Österreich. Dabei zeigte sich, dass die Branche im vergangenen Jahr hemmenden Faktoren ausgesetzt war. Neben dem durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gedämpften Investitionsumfeld und dem relativ niedrigen Ölpreis hat nicht zuletzt die Förderaktion der österreichischen Mineralölindustrie für neue Ölkessel den starken Aufwärtstrend von Heizsystemen auf Basis von erneuerbaren Energien gedämpft. Allerdings erfolgte die Stagnation auf einem sehr hohen Absatzniveau und war oftmals auf Einbrüche im Exportmarkt zurückzuführen. Insgesamt wurden ein Umsatz von 3,4 Milliarden Euro und eine Kohlendioxid-Einsparung von 15 Millionen Tonnen erzielt.
Studie als Planungsgrundlage
Die Ergebnisse der Studie sollen als eine Planungs- und Entscheidungsgrundlage für Politik, Wirtschaft, Forschung und Entwicklung fungieren. In der jährlich vorgelegten Marktstudie wurden heuer erstmals auch die festen Biomassebrennstoffe, -kessel und -öfen erfasst. Zur Ermittlung der Marktentwicklung wurden technologiespezifische Methoden angewandt, den zentralen Ansatz stellen fragebogenbasierte Erhebungen bei Technologieproduzenten, Handelsunternehmen und Installationsfirmen sowie bei den Förderstellen der Länder und des Bundes dar. Zudem speisen sich die Ergebnisse aus Literaturanalysen, den Auswertungen bereits verfügbarer Statistiken und Internetrecherche.
Inlandsverbrauch
Gegenüber 2008 stieg der Bruttoinlandsverbrauch fester Biobrennstoffe um 2,7 Prozent auf 158 PJ an. Während Biomassekessel einen Einbruch von 5,5 Prozent auf 22.008 Stück am Inlandsmarkt hinnehmen mussten, konnten die Stückzahlen bei Biomasseöfen um 4,8 Prozent auf 35.378 Stück gesteigert werden. Die Photovoltaik verzeichnete dank gezielter Förderungsaktionen einen unglaublichen Zuwachs von 331 Prozent auf 20.209 kWp. Die Solarthermie erfuhr mit einem kleinen Zuwachs von 0,5 Prozent und 364.887 m² thermischen Sonnenkollektoren eine Stagnation. Insgesamt waren vergangenes Jahr in Österreich zirka 4,3 Millionen m² thermische Sonnenkollektoren in Betrieb, was einer installierten Leistung von 3014 MWth entspricht. Ein Einbruch von 3,8 Prozent auf 17.997 Stück war bei den Wärmepumpen zu verzeichnen. In Sachen Energieertrag werden von der Marktstudie für die Biomasse 157,6 PJ veranschlagt, die Photovoltaik hat für einen Energieertrag von 48,9 GWh gesorgt, die Solarthermie kommt auf 1429 GWh und die Wärmepumpen lieferten 1181 GWh.
Erfreuliche Ergebnisse
Durch biogene Brennstoffe konnten vergangenes Jahr netto fast 14 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, durch die Photovoltaik wurden die Treibhausgase um 21.121, durch die Solarthermie um 455.366 und durch die Wärmepumpen um 582.460 Tonnen reduziert. Bei den Beschäftigungszahlen kommt die Biobrennstoffbranche auf 12.730 Vollzeitarbeitsplätze, der Biomassekessel und -öfenmarkt auf 4763 Arbeitsplätze, die Photovoltaik auf 2870 Vollzeitbeschäftigte, sowie die Solarthermie auf 6200 und das Wärmepumpen-Segment auf 1151 Beschäftigte. Insgesamt waren daher im vergangenen Jahr 28.200 Personen in der Branche vollbeschäftigt. Der Gesamtumsatz von 3,4 Milliarden Euro geht mit 1,14 Milliarden Euro auf die Biobrennstoffbranche und mit knapp über einer Milliarde Euro auf die Biokessel und -öfen zurück. Von der Photovoltaik wurden 549 Millionen Euro, von der Solarthermie 500 Millionen Euro und von der Wärmepumpen-Branche 216 Millionen Euro umgesetzt. Bei der Exportquote kommt die Photovoltaik bei den Modulen auf einen Anteil von 91 Prozent, die Solarthermie auf 76, die Biomassekessel und -öfen auf 70 und die Wärmepumpen auf 40 Prozent.
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Juli 2010 / Claudia Thon
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Juli/August-Ausgabe des pfm-Magazins.
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