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Sonnige Aussichten

 
Foto: James Law/Cybertecture
 

Mittels gebäudeintegrierter Photovoltaik lässt sich nicht nur Strom gewinnen. Als Teil des Hauses erfüllen die Elemente auch andere Funktionen.

Das Cybertecture Egg, das im Central Business District von Mumbai errichtet wird, ist ein beeindruckendes Beispiel für gebäudeintegrierte Photovoltaik (GIPV). Das Gebäude in Ei-Form soll nicht nur der Ästhetik Tribut zollen, sondern durch seine Ausrichtung den maximalen Solargewinn auf der Oberfläche erzielen. Aber auch in Österreich gibt es Projekte und Bemühungen, die GIPV voranzutreiben.

Integration
Bei der GIPV werden die Photovoltaik-elemente nicht nur zur Erzeugung von Strom genutzt, sondern erfüllen weitere – für das Gebäude essenzielle – Funktionen. Als die wesentlichsten Funktionen sind der Wetter- und Schallschutz, Abschattung, Dämmung, die Gebäude-Ästhetik sowie die Klimatisierung, Belichtungseffekte und der Wärmeschutz zu nennen. „Die Vorteile der gebäudeintegrierten Photovoltaik sind in der Mehrfachnutzung zu finden. So kann die Fassade zur Stromerzeugung genutzt werden und auch ein Sonnenschutz bringt bare Energie“, erklärt Erwin Kaltenegger vom gleichnamigen österreichischen Architekturbüro. Im Gegensatz zu einzelnen Photovoltaik-Elementen, die vor oder über der eigentlichen Gebäudehülle angebracht werden, substituieren in der GIPV die Solar-Elemente gängige Fassaden- und Dachelemente. Bei den Kosten muss man bei der GIPV laut Kaltenegger mit circa 400 bis 600 Euro pro Quadratmeter rechnen. Entscheidend sind auch die Einspeisetarife, denn bei fairen Preisen rechnet sich die Integration der Solarenergie in das Haus laut Kaltenegger für den Häuselbauer sofort.  

Studie
Um die Chancen und Möglichkeiten der GIPV für die österreichische Wirtschaft zu eruieren, führte der Klima- und Energiefonds nun eine Studie zur GIPV durch. Laut Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, könnte im Jahr 2050 nahezu die gesamte Photovoltaik in Verbindung mit Gebäuden installiert werden. „Momentan sind gebäudeintegrierte Anlagen zwar teurer als Standardanlagen, dabei ist jedoch zu beachten, dass Faktoren wie Economies of Scale (Stückzahlen) massiven Einfluss auf die Gesamtkosten haben“, so Höbarth. Laut der Studie könnten bis 2020 bei einem fünfprozentigen Photovoltaik-Strom-Anteil gemessen am Gesamtstrom 15.000 Arbeitsplätze in Österreich geschaffen werden. Bei diesem Szenario könnte Österreich mit 2,5 Milliarden Euro inländischer Wertschöpfung rechnen. Zudem bietet die GIPV ein enormes Potenzial für den österreichischen Exportmarkt. Das technische Potenzial der GIPV ist in Österreich jedenfalls vorhanden. Laut der Studie könnten circa 140 Quadratkilometer Dachfläche und ungefähr 50 Quadratkilometer Fassadenfläche für die GIPV genutzt werden. Laut dem Bericht „Potential for Building Integrated Photovoltaics IEA-T7-2002“ der Internationalen Energieagentur könnte bei einem Ausbau des theoretisch gebäudeintegrierten Potenzials in Österreich von einem elektrischen Ertrag von rund 18,7 TWh pro Jahr ausgegangen werden.

Eine aktuelle Studie der Technischen Universität Hamburg-Harburg schätzt das Potenzial sogar auf 43 TWh pro Jahr ein. Laut Einschätzung des österreichischen  Klima- und Energiefonds sind momentan maximal zehn Prozent der in Österreich installierten Anlagen gebäudeintegriert. Um das Haus als Kraftwerk zu forcieren fördert der Klima- und Energiefonds im Rahmen einer Aktion seit erstem Dezember die Photovoltaik-Integration in Fertighäusern. Für das Jahr 2009 standen hierfür eine Million Euro zur Verfügung.   

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Dezember 2009 / Claudia Thon

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des pfm-Magazins.

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