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Sicherheit für das Lieblingsspielzeug

 
 

Andreas Kößl ist Kfz-Vorstand der Uniqa Sachversicherung AG. Über das
Erfolgsprodukt SafeLine, die erste Autoversicherung, die Leben retten kann, und neue Trends sprach mit Andreas Kößl

pfm-Magazin: Technologie hält Einzug in die Versicherungsbranche. Welche Technologieprodukte in der Kfz-Sparte werden von der Uniqa angeboten?

 

Andreas Kößl: Der Einzug der Technologie ist seit einigen Jahren in der Abwicklung von Prozessen zu spüren: Dabei werden Vertriebspartner in ihrer Tätigkeit mit Laptopsoftware und zur Daten-übertragung unterstützt oder Schadensmanagement mit Sachverständigen und Werkstätten abgewickelt. Wenig Neues gab es hingegen in Puncto Kundennutzen. Da sind wir zweifellos Vorreiter. Vor fünf Jahren sind wir den ersten Schritt mit der SMS-Warnung für Kunden im Präventiv-Bereich gegangen: In einer Partnerschaft mit einem großen Meteorologie-Unternehmen haben wir erstmals die Technologie eines Dritten mit unserem Produkt verknüpft und uns auf Wetter-Informationen wie Hagel, Sturm oder Glatteis-Warnungen für das Wohngebiet der Kunden konzentriert. Der zweite Schritt war dann im Bereich der Kfz-Versicherungen und Telematik, wo wir mit SafeLine ein innovatives Technologieprodukt aufgestellt haben.

 

pfm: Was war die Motivation für das Produkt SafeLine?

 

Kößl: Die Produkte im Versicherungsbereich werden nach verschiedensten Faktoren kalkuliert: Nach dem Preis und der Motorstärke des Autos oder nach dem Alter des Fahrers. Wie intensiv aber das Fahrzeug auf der Straße bewegt wird, war der einzige Faktor, der außerhalb unseres Informationszugangs lag. Wir wollten auch diesen Faktor ins Pricing integrieren. Die technologischen Möglichkeiten mittels GPS-Messung haben das in den letzten Jahren möglich gemacht. Zudem wollten wir die Telematik dazu nutzen, um dem Kunden im Moment des Unfalls zu helfen. Der Vorteil liegt sowohl beim Kunden als auch beim Versicherer, da so auch weitere Folgekosten niedrig gehalten werden.

 

pfm: Wie ging es dann mit der Produktentwicklung weiter?

 

Kößl: Wir haben mit einem anderthalbjährigen Pilotprojekt gestartet und stießen bei der Suche nach einem geeigneten Technologiepartner auf ein italienisches Unternehmen, das Zulieferer der Autoindustrie ist und bereits weltweit hunderttausende solcher Geräte im Umlauf hatte. Sie produzieren die Boxen selbst und sind mit einer eigenen Telematikfirma Profi in der Verarbeitung der Daten. Das Besondere bei SafeLine ist das Komplexe dahinter: Beim Markteintritt eines normalen Versicherungsproduktes beträgt der Marktvorsprung drei bis vier Wochen. Danach können es die Mitbewerber in ihrem EDV-System integrieren und weiterverkaufen.

 

pfm: Im Gegensatz zu SafeLine?

 

Kößl: Ja, hinter SafeLine steckt die komplexe Technologieverknüpfung eines GPS-Systems mit Servicierung von Crash-Alarmen. Die Konkurrenz bräuchte einen Hersteller für die Produktion, einen Technologiepartner für die Datenübertragung und einen, der die Notfalldaten servicieren kann. Da sind wir mit SafeLine in ein Projekt hineingegangen, bei dem uns anfangs nicht bewusst war, wie schwierig die Entwicklung werden würde.

 

pfm: Was ist der konkrete Nutzen für den Anwender?

 

Kößl: Der Kundennutzen ist dreifach. Erstens im Bereich Sicherheit: Das Gerät hat einen Crash-Sensor zur Erkennung eines schweren Unfalls, was insbesondere im Falle von Bewusstlosigkeit enorm wichtig ist. Die Box alarmiert eine Einsatzzentrale (Tochterfirma des ÖAMTC), der Fahrer kann auch selbst über eine Notfalltaste den Alarm auslösen. Der Notfall kann ein gesundheitlicher sein, eine Panne, aber auch eine Notsituation, die man beobachtet. Mit der Notruftaste muss der Lenker nicht aussteigen, sondern kann unkompliziert Hilfe rufen. Dank GPS ist eine genaue Lokalisierung möglich. Ein weiterer Nutzen liegt im Bereich der Ortung und Diebstahls-Wiederauffindung, die gemeinsam mit der Polizei erfolgt. Der dritte Vorteil liegt in der Prämienvergünstigung, weil die Diebstahlswahrscheinlichkeit mit SafeLine wesentlich geringer ist.

 

pfm: Wie sieht es außerhalb Österreichs aus? Was passiert, wenn der Kunde in Kroatien einen Unfall hat?

 

Kößl: SafeLine funktioniert europaweit. Wenn Sie also in Kroatien einen Unfall haben, verständigt der ÖAMTC, nachdem er einen Alarm vom Crash-Sensor erhalten hat, die jeweilige Polizeistation. Die weitere Vorgehensweise hängt von der Art des Unfalls ab. Bei einem Aufprall von zum Beispiel 8g wird die Polizei samt Rettung zum Unfallort entsandt. Wie schnell die Rettung in Bulgarien vor Ort sein wird, können wir natürlich nicht voraussagen. In Österreich werden jedenfalls über die Leitstelle der Polizei sofortige Rettungsmaßnahmen in die Wege geleitet.

 

pfm: Wie wird das Produkt angenommen? Und mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie zu kämpfen? 

 

Kößl: Wir sind jetzt das zweite Jahr auf dem Markt und das erste Jahr war durchaus eine Herausforderung. Im Versicherungsvertrieb müssen die Kunden aktiv angesprochen werden. Zudem sind die Vertreter gewohnt, einfache Produkte zu erklären. SafeLine ist ein sehr technik-lastiges Produkt, das in das Lieblingsspielzeug der Österreicher eingebaut wird. Es wirft eine Menge Fragen auf: Wo wird es eingebaut? Was passiert mit meinem Auto, wenn ich einen Unfall habe? Kennt der Versicherer jetzt meine genauen Fahrgeschwindigkeiten? Diese Fragen muss ein Vertriebspartner argumentieren können, um über Sicherheit zu sprechen und diese Sicherheit richtig zu vermitteln. Ein weiteres Problem: Gerade in Österreich werden jene, die den Markt mit Innovationen betreten, mit Fragen nach potenziellen Schwierigkeiten gelöchert. Was kann schief gehen und wo könnte die Umsetzung problematisch werden? Das hat uns im ersten Jahr sehr beschäftigt. Seit 2009 läuft es von Woche zu Woche besser. Inzwischen haben wir etwa 20.000 Kunden, die mit SafeLine unterwegs sind.

 

[...]

 

Juni 2010 / Peter F. Mayer 

 

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Juni-Ausgabe des pfm-Magazins.

  

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