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Sauberer Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse könnte bis 2020 den gesamten Energiebedarf Österreichs decken. Gefordert werden klare Rahmenbedingungen von der Politik.

Sauberer Strom aus erneuerbaren Energien rückt in Anbetracht der Verknappung fossiler Brennstoffe und zunehmender klimatischer Veränderungen verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses. Bei einem gemeinsamen Stromgipfel im Oktober 2009 sind die Verbände für Strom aus erneuerbarer Energie zu einem dementsprechend positiven Ergebnis gekommen. Denn laut den Vertretern ist 100 Prozent sauberer Strom aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse beziehungsweise Biogas bis zum Jahr 2020 in Österreich möglich.

Hohes Ziel
Angesichts der haushohen Verfehlung des Kyoto-Protokolls, wonach die Treibhausgase bis zum Jahr 2010 um 13 Prozent gesenkt werden hätten sollen, erweist sich das durch den Stromgipfel erarbeitete Szenario als sehr hoch gestecktes Ziel. Österreich ist reich an erneuerbaren Energiequellen und mit der Umsetzung der Ziele könnte es gelingen, das erste EU-Land zu sein, das vollkommen auf sauberen Strom setzt. „Die Frage, die sich uns am Stromgipfel stellte, war wieviel Strom aus erneuerbaren Energien wir bis 2020 schaffen könnten. Und wir sind zu dem Ergebnis gekommen: 100 Prozent!“, so Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic Austria. Derzeit erzeugt Österreich inklusive der gesamten Wasserkraft ungefähr 45,2 TWh oder rund 64 Prozent seines Strombedarfes aus erneuerbaren Quellen. Das Szenario der Verbände für Strom aus erneuerbarer Energie sieht einen Ausbau auf knapp 70 TWh vor. Gleichzeitig müsste jedoch durch verstärkte Energieeffizienzmaßnahmen der Stromverbrauch im Jahr 2020 auf dem Niveau von 2008 bleiben, um den Anteil des sauberen Stroms auf 100 Prozent steigern zu können. 

Gemeinsame Sache
Zur Erreichung des ambitionierten Szenarios müssen alle Sparten ihre Optimalziele erfüllen. Die Wasserkraft ist bereits mit 60 Prozent an der heimischen Stromerzeugung beteiligt. „Insbesondere die Kleinwasserkraft, die aktuell neun Prozent des Strombedarfes deckt, kann bis zum Jahr 2020 ihren Beitrag deutlich steigern und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten“, meint Martina Prechtl, Kleinwasserkraft Österreich. Der derzeitige Anteil von 5,5 TWh aus Kleinwasserkraft könnte bis 2020 um 1,5 bis 2,5 TWh gesteigert werden, bis zu einer Terawattstunde könnte alleine durch die Revitalisierung bestehender Kleinanlagen geschöpft werden. Bei der Großwasserkraft, die derzeit rund 32,5 TWh des Strombedarfs deckt, wäre eine Steigerung von bis zu 4,5 TWh vorstellbar.

Biomasse und Windkraft
Die Biomasse deckte 2008 etwa 6,8 Prozent beziehungsweise 4,5 TWh des heimischen Energiebedarfs. Mittels effizienter Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen könnte das Potenzial der Biomasse auf insgesamt sieben Terawattstunden pro Jahr ausgebaut werden. „Österreich hat sowohl in der Landwirtschaft wie auch in der Forstwirtschaft noch beachtliche Potenziale für die saubere Energieproduktion. Gerade die Biomasse hat eine hohe und gut planbare Verfügbarkeit“, betont Josef Plank vom Österreichischen Biomasse-Verband.

Die Windkraft beliefert heute mit 2,1 TWh rund drei Prozent des gesamten Energiebedarfs mit sauberem Strom und könnte bei guten Rahmenbedingungen ihre Produktion in den nächsten zehn Jahren auf 7,3 TWh steigern. Um diese Leistungs-Verdreifachung zu erreichen müsste laut Stefan Hantsch von der IG Windkraft Österreich die Anzahl der Anlagen nicht einmal verdoppelt werden. Allerdings bräuchte es faire Einspeistarife auf europäischem Niveau. Bei der Photovoltaik hält Kronberger bis 2020 die Produktion von 6,8 TWh für möglich. Laut der PV-Roadmap 2009 soll bis 2020 zumindest acht Prozent des österreichischen Strombedarfs durch Sonnenstrom gedeckt werden.

Rahmenbedingungen
Um die gesteckten Ziele zu erreichen sind allerdings auch klare Handlungen vonseiten der Politik und verstärkte Investitionen nötig. „Im Strom-Mix der Zukunft muss jede erneuerbare Energie nach ihren spezifischen Stärken optimal genutzt werden. Für einen kontinuierlichen Ausbau benötigen wir kostendeckende Tarife und Anreize zur technologischen Entwicklung“, so Franz Kirchmeyr von der ARGE Kompost und Biogas Österreich. Die einzelnen Verbände fordern von der Politik eine Neufassung des Ökostromgesetzes, etwa nach dem Vorbild des deutschen Erneuerbaren Energiegesetzes. Neben der raschen Festsetzung brauchbarer Tarife wird zudem die Schaffung von geeigneten Förderinstrumenten laut, die langfristig eine stabile Investitions- und Finanzierungsbedingung für den Ausbau erneuerbarer Energien gewährleisten soll.

[…]

Feber 2010 / Claudia Thon

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Feber-Ausgabe des pfm-Magazins.

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