Kommentar: Das iGeschäftsmodell

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Kommentar: Das iGeschäftsmodell

 

Das Interessante an Apples Geschäftsmodell sind nicht nur die Geräte, sondern was dahinter liegt um kontinuierliche Umsätze zu generieren. Coole Geräte sind auch ein perfektes Vehikel zur langfristigen Kundenbindung. Mit dem iPad macht Apple vor, wie man ein Monopol-Business weiter ausbaut.

Die Präsentation des iPad durch Steve Jobs im Jänner brachte wenig Überraschendes. Nach dem Erfolg des iPhone war es ein logischer Schritt das Gerät zu vergrößern und es zwischen Notebook und Handy zu positionieren. Obwohl bisher alle Versuche fehlgeschlagen sind Tablet-PCs zum Durchbruch zu verhelfen, wird das iPad höchstwahrscheinlich ein Erfolg, genauso wie die diversen E-Book-Reader.

Aber weit interessanter als die Hardware ist das Geschäftsmodell für Add ons. Apple hat sich für iPod, iPhone und jetzt iPad eine kontinuierliche Einnahmequelle erschlossen. Applikationen und Inhalte für iPod, iPhone und iPad gibt’s nur via iTunes von Apple. Und wenn man eine SIM-Karte im Gerät hat, verdient Apple noch an den Downloads zusätzlich mit – den Obulus müssen die Mobilfunker abliefern. Obwohl heute noch nicht klar ist, ob der Vertrieb des UMTS-Gerätes wieder exklusiv über Mobilfunk-Partner erfolgen wird und es angeblich auch „offene“ Geräte geben soll, darf man wohl davon ausgehen, dass auch für das iPad das iPhone-Marketingmodell gewählt wird.

Für das iPad stehen also die 11 Millionen Musiktitel über iTunes zur Verfügung, fast alle der 140.000 Anwendungen im AppStore laufen weiterhin und dazu kommen jetzt noch 50.000 TV-Clips und 8.000 Filme, davon 2.000 in HD-Qualität. Neu ist der iBookStore, wie es in der englischen Presseaussendung heißt „the best way to browse, buy and read books“. Wobei sich das „buy“ natürlich wieder für Apple positiv auswirken wird. Damit hat Apple auch Amazon den Kampf um die Kunden angesagt.

Ganz klar wird Apple die Videothek, vor allem die HD-Titel für das HD-Display des iPad, sehr rasch erweitern. Und ich rechne damit, dass bald auch lineare Programme angeboten werden. Dass daran Interesse besteht sieht man an Plattformen wie etwa www.veetle.com. Entweder stellen TV-Stationen ihre Programme auch für den iPad zur Verfügung oder es entstehen eigene Kanäle dafür. Besonders interessant sind wahrscheinlich Spartenkanäle wie Sport oder ähnliches. Aber auch Al Gores Current TV mit User-Content wäre geeignet – der Ex-US-Vizepräsident sitzt übrigens im Board of Directors bei Apple. Das iPad bietet dann eine komplette Medien- und Informationsplattform, auf der man von Internet über Bücher und Zeitungen bis hin zum TV alles konsumieren kann.

Damit zeichnet sich auch der zukünftige Weg für weitere iDevices ab. Ich denke, dass etwa iTV eine gute Wahl wäre um das Potenzial der Online-Mediathek weiter zu nutzen – ein Fernseher mit dem iPhone-Betriebssystem und via Wlan mit PC und Internet verbunden. Das wäre auch eine ideale Plattform für Spiele und gibt Apple einen guten Einstieg in den Spielemarkt. Samsung geht mit den neuen LED-Geräten der Serie 7000 und 8000 bereits in eine ähnliche Richtung, haben sie doch 16 GB Speicher an Bord, Internet-Anschluss per Wlan und Spiele vorinstalliert.

Die Auswirkungen auf verschiedene Kreativ-Industrien werden noch spannend. Das CD-Geschäft wurde von iPod und iTunes in eine Abwärtsspirale geschickt. Als nächstes sind die Filmindustrie und die Buchverlage an der Reihe, beziehungsweise möglicherweise gleich der ganze Medienmarkt. Wir lesen die Tageszeitung am iPad und Apple verdient daran – zehn Cent für die Zeitung und 0,1 Cent für den Download. Cooles Geschäftsmodell!

Klarerweise wird diese Entwicklung nicht nur auf die Filmindustrie und die Printmedien Auswirkungen haben. Vor allem klassische TV-Stationen werden Mühe haben ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Breitband-Festnetz hingegen wird schon durch das iPad einen Aufschwung erleben, der durch ein iTV noch bedeutend beschleunigt werden wird. Man darf jedenfalls gespannt sein, was die iZukunft bringen wird.

Was passiert, ist offensichtlich: Es entsteht ein neues Monopol. Microsoft hat ein Quasi-Monopol im PC-Software-Markt, Google im Internet und Apple baut sich gerade ein neues Monopol im Medienmarkt rund um seine eigenen Geräte. Das Clevere daran: Es garantiert laufenden Umsatz, solange die Benutzer die Geräte verwenden.

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