Die Druckereibranche wartet laufend mit erstaunlichen Innovationen auf. Drucker werden immer mehr zum universalen Produktionsmittel.
Am MIT Media Lab verfolgen Forscher die Idee, dass der Drucker einmal zum universalen Produktionsgerät für Kleinserien werden könnte. Gedruckt wird dann nicht nur mit Farben, sondern auch mit Beton, Plastik und anderen Werkstoffen, so dass damit beispielsweise ein Teil eines Hauses oder ein Radiogerät produziert werden kann. Klingt nach Utopie, findet aber bereits praktische Anwendungen.
Drucker für Biochips So gab Oki Printing Solutions kürzlich einen Durchbruch in der Produktion von Biochips bekannt. Bei dem Verfahren werden Aminosäuren mikrometergenau in mehreren Schichten übereinander auf Glas gedruckt. Dabei entstehen so genannte Biochips, die der Erforschung von Methoden der Krankheitsdiagnostik und der Wirkstoffentwicklung dienen. Das Gerät funktioniert wie ein Desktop-Drucker, nur fünf Mal größer und druckt Aminosäuren anstelle von Tonermaterial auf Glas statt Papier. Das Patent auf dieses einzigartige Verfahren liegt bei PEPperPRINT, einem Ableger des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Möglich ist die Methode ausschließlich mit OKI LED-Technologie, da nur sie die notwendige Präzision liefert. "Mehr als 15 Jahre lang gab es keine effiziente und kostengünstige Methode zur Herstellung dieser Biochips – der Peptiddrucker macht das bisherige Fertigungsverfahren nun über 100 Mal günstiger", erklärt Volker Stadler von PEPperPRINT. Nach einer Marktsondierung im Jahr 2002 stellten die Forscher fest, dass nur OKI LED-Technik die Grundvoraussetzung für die Entwicklung der Peptiddruck-Methode erfüllt: Die OKI LED-Belichtungseinheiten, der modulare Aufbau der Drucker, die hohe Auflösung von 1200 dpi und die Single-Pass-Technologie waren entscheidend. Die Gründer von PEPperPRINT haben die Technologie gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut innerhalb von nur fünf Jahren bis zur Marktreife entwickelt. Dafür haben die beiden Forscherteams den Wissenschaftspreis des Stifterverbandes 2008 erhalten. PEPperPRINT hält die Rechte an dem Verfahren zur Herstellung der Biochips. OKI und PEPperPRINT haben sich auf eine konkrete Zusammenarbeit bei der anstehenden Vermarktung des so genannten Peptiddruckers und der damit gefertigten Biochips verständigt. Der Markt wird auf ein Volumen von drei Milliarden Euro geschätzt, die Serienreife und die kommerzielle Vermarktung ist für März 2010 anvisiert.
Besserer Farbdruck Immer wieder ein Ärgernis ist, dass der Ausdruck farblich nicht mit dem übereinstimmt, was am Bildschirm zu sehen ist. Hier will nun Konica Minolta Abhilfe schaffen. Als erstes professionelles Farbdrucksystem weltweit überträgt der bizhub PRO C65hc das "What you see is what you get"-Prinzip auf den Production Printing-Bereich. Da das System den sRGB Farbraum beinahe vollständig abdeckt, erlaubt es Ausdrucke, die vom Original am Monitor kaum mehr zu unterscheiden sind. Möglich wird dieser Fortschritt durch den High Chroma Toner, der Farben lebendiger und intensiver wiedergibt als herkömmliche Technologien. Durch seine hohe Druckqualität bietet der bizhub PRO C65hc vor allem dem Werbe- und Direktmarketing-Bereich, Unternehmen aus der Auto- und Modeindustrie sowie kommerziellen Druckereien und Copyshops völlig neue Chancen. "Der bizhub PRO C65hc und dessen High Chroma Toner nehmen eine Pionierstellung im Farbproduktionsdruck ein", sagt Peter Karasegh, Produktmanager Production Printing Konica Minolta Business Solutions Austria.
Interview Karl Hawlik, Country Manager Oki Printing Solutions Austria
pfm-Magazin: Herr Hawlik, Sie sind seit sechs Jahren bei Oki. Was war Ihre damalige Ausgangssituation?
Karl Hawlik: Die Ausgangssituation war so, dass wir seit 2000 eine Niederlassung in Österreich hatten und zwar indirekt über Händler aber ohne Distribution vertrieben hatten. Durch diesen eingeschränkten Vertriebskanal hatten wir zu wenig Breite. Deshalb war meine erste Aufgabe auf dreistufigen Vertrieb umzustellen – sprich Oki über Distribution an Händler. Daher war mein erster Schritt diese Umstrukturierung um alle IT-Fachhändler ansprechen zu können. Das war für mich einer der wichtigsten Punkte. Das andere Thema war die bei uns vorhandenen so genannten Shared-Service-Prozesse weiter auszubauen. Das sind zentralisierte Prozesse für Accounting, Service, Hotline für first und second Level Support. Diese Strukturen habe ich mit Kollegen aus unserer Region ausgebaut. Das ermöglicht uns hier auf unsere Kernaufgaben Vertrieb und Marketing zu fokussieren.
pfm: Wo sehen Sie Ihre größten persönlichen Erfolge in diesen sechs Jahren?
Hawlik: Wir haben bei Oki immer fordernde Ziele, sowohl bei Steigerungsraten als auch bei Umsatz und Margen. Zu meinen größten Erfolgen zähle ich, dass es uns gelungen ist, von unseren langjährigen Partnern trotz der Umstellung des Vertriebsmodells fast alle zu halten. Für viele Händler ist so eine Umstellung des Vertriebsmodells ja durchaus nicht einfach. Wir haben jetzt etwa 400 Partner, damals waren es zwischen 80 und 100. Wir haben also durchaus die Händlerschaft verbreitern und ausweiten können.
pfm: Liegt das an Oki oder an Ihnen persönlich?
Hawlik: Oki ist ein Technologiekonzern und wir haben deshalb immer wieder neue und innovative Produkte auf den Markt gebracht, die vom Fachhandel sehr geschätzt werden. Natürlich ist es auf der anderen Seite auch ein sehr persönlicher Erfolg des gesamten Teams. Wir haben eine sehr gute Händlerbetreuung und haben deshalb auch eine sehr starke Bindung zu unseren Partnern – und die ist sehr persönlich. Als schlankes Team haben wir sehr kurze Entscheidungswege und ich treffe gerne rasch die Entscheidungen. Das goutieren die Händler und natürlich die Endkunden. Wir sind zwar rasch gewachsen aber eben dennoch schlank geblieben.
pfm: Natürlich läuft nicht immer alles so wie man es will. Hatten Sie auch Probleme oder Misserfolge?
Hawlik: Ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und möchte immer alles sehr schnell vorantreiben. Wir könnten sicher mehr Endkunden erreichen, wenn wir ein größeres Team wären. Es wurden uns manchmal Leute abgeworben innerhalb der Branche und deshalb mussten wir eben neu beginnen mit neuen Leuten. Ohne das wären wir vielleicht noch einen Schritt weiter. Das waren zwar keine Misserfolge, aber Stolpersteine auf unserem Weg.
pfm: Sie beobachten die Branche sicher sehr genau. Was sehen Sie an gravierenden Änderungen, an neuen Trends?
Hawlik: Zum einen ist das natürlich der ständige Preisverfall, neue Produkte haben regelmäßig mehr Leistung bei niedrigeren Kosten. In den vergangenen zwei bis drei Jahren sehen wir auch immer stärker den Trend zu Managed Print Services. Wir, aber auch der Wettbewerb, weisen die Kunden immer wieder auf versteckte Kosten hin. Unternehmen wissen sehr genau was der Fuhrpark kostet, was die Mitarbeiter kosten, aber die Druckkosten sind meist nicht so klar. Aber das Thema kommt immer stärker und gewinnt an Bedeutung. Auch internationale Studien zeigen, dass der Hardwareverkauf rückläufig sein wird, aber die Managed Print Services im Gegenzug stark ansteigen werden. Wir haben in den vergangenen Jahren auch Infrastrukturen und Services aufgebaut um das unseren Kunden – allerdings noch immer über die Fachhändler – anbieten können.
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Februar 2010 / Peter F. Mayer
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Februar-Ausgabe des pfm-Magazins.