Das Outsourcing-Geschäft profitiert traditionell von einer maroden Gesamtwirtschaft und verhält sich antizyklisch. Es geht darum so schnell als möglich und einfach Kosten einzusparen. Und genau unter diesem Zwang stehen Anwender. Nach einer Umfrage des Beratungshauses Equaterra aus 2008 verzeichnen durchschnittlich 40 Prozent der Outsourcing-Anbieter weltweit eine steigende Nachfrage nach ihren Services. 38 Prozent gaben dagegen an, dass viele der geplanten Projekte verschoben worden seien.
Kosten einsparen
Im Rahmen der Finanzkrise wird aber eine steigende Notwendigkeit bei großen internationalen Unternehmen, Kosten einzusparen, um weiterhin profitabel wirtschaften zu können. Laut Kris Gopalakrishnan, CEO von Infosys könne das indische Unternehmen von dieser Entwicklung nur profitieren, da man von einer steigenden Zahl an Neuaufträgen ausgehe.
Profitieren
Indien biete für Unternehmen, die einen Teil ihrer IT-Dienste auslagern wollen, gute Bedingungen auf Grund von niedrigen Löhnen und einer hohen Dichte an qualifiziertem Personal. Allerdings ist Infosys nicht der einzige Anbieter, der von einer entsprechenden Entwicklung zu mehr Outsourcing profitieren will. Auch der größere Wettbewerber Tata Consultancy Services rechnet mit steigenden Einnahmen und mehr Aufträgen. Man gehe davon aus, so Gopalakrishnan weiter, dass die Finanzkrise besonders bei Unternehmen, die bislang mit einer Auslagerung von IT-Diensten lediglich geliebäugelt hätten, entsprechende Entscheidungen nun treffen würden. Branimir Brodnik, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Microfin geht sogar so weit zu behaupten: "Wer angesichts der Finanzkrise jetzt nicht an Outsourcing denkt, handelt grob fahrlässig".
So soll der Trend nach den Auguren aber nicht nur große internationale Konzerne, sondern auch kleinere Unternehmen erfassen, wie den "gehobenen" österreichischen Mittelstand erfassen. So legte auch Kari Kapsch, Vorstandsvorsitzender der Kapsch Businesscom auf der diesjährigen Messe ITnT seine Sicht dar: "Viele Kapsch-Kunden sind durch die Finanzkrise zunehmend mit Problemen konfrontiert. Gleichzeitig suchen Unternehmen aber nach Einsparungsmöglichkeiten, was auch wieder Chancen bietet. Themen wie Outsourcing für den IT-, aber auch für den Kommunikations- und Datenbereich werden derzeit von den Kunden massiv aufgegriffen", so Kapsch.
Zugpferd Standard-Applikationen
Experten von Equaterra wie auch vom Marktforscher Forrester gehen aber davon aus, dass die meisten Unternehmen nach den ersten Monaten der Unsicherheit verstärkt in externe IT-Services im IT-Infrastruktur- und Applikationsbereich investieren werden, um ihre Kosten zu senken und die Produktivität zu steigern. Das gilt vor allem für Projekte, die auf standardisierten Services aufbauen und eine schnelle Rentabilität versprechen.
Langfristige Vorhaben, die auf eine Verbesserung der Geschäftsprozesse abzielen, sind dagegen in der aktuellen Situation weniger gefragt, da sie doch nach einem hohen Investment verlangen.
SaaS
Nun sollen Anwendungsservices in den nächsten Jahren kräftig zulegen. Die Nachfrage nach standardisierten Angeboten, die schnell zu realisieren sind, steigt. An vorderster Front Managed Services (zum Beispiel die komplette Verwaltung der PC-Infrastruktur) und On-Demand-Angebote wie Software as a Service (SaaS). Laut Forrester haben 66 Prozent der Unternehmen in Europa mindestens eine Saas-Lösung im Einsatz. Bei 28 Prozent sind es bereits vier solche Anwendungen oder mehr.
Der Grund ist einfach: Dank der niedrigen Kosten, der Flexibilität und der geringen Risiken und nicht zuletzt steigender Bandbreiten wird die Nachfrage nach SaaS-Lösungen weiter steigen, ist auch Christine Ferrusi Ross, Research Director bei Forrester, überzeugt. "Insgesamt wird der Anteil der extern erbrachten Leistungen an der IT immer weiter zunehmen. Und davon profitieren besonders Anbieter von Subscription-Modellen, die sich schnell einsetzen lassen und weniger internes Personal erfordern als der Eigenbetrieb." SaaS sei aber erst der Anfang: "Mit neuen Cloud-Computing-Modellen wie Infrastructure as a Service, Components as a Service oder Platforms as a Service verschwimmen die Grenzen zwischen Produkten und Dienstleistungen zusehends."
Kreative Finanzierungsmodelle
Vor allem bei Hardware wurden in den letzten Monaten "kreative" Finanzierungsmodelle gefunden. "In Österreich wurden vor allem in der Industrie solche Modelle bei unseren Kunden gerne angenommen", bestätigt Ewald Glöckl, Geschäftsführer vom Storage-Anbieter Netapp diesen Trend. Doch jetzt schlägt dieser Trend auch auf die Software über. IBM will seine Leasing-Angebote jetzt um Software-Lizenzen erweitern. Bislang bietet neben IBM zwar nur Hewlett-Packard (HP) Leasing-Modelle im großen Stil für Applikationen an. Schon bald werden weitere Anbieter auf diesen Zug aufspringen.
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März 2009 / Klaus Lackner
Den gesamten Artikel lesen Sie in der März-Ausgabe des pfm-Magazins.
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Suchbegriffe: In der Krise wird ausgelagert