Meinung  •  E-Book  •  Abo  •  Mediadaten  •  Impressum/Redaktion


Partner

Gartner blickt über die Glaskugel hinaus

 
Foto: pixelio
 

Die Marktforscher haben im Rahmen des Gartner Symposiums ITXPO Anfang November in Cannes die wichtigsten IT-Trends für 2010 präsentiert. Das pfm-Magazin hat für Sie die Prognosen noch einmal zusammengefasst.

Die Marktforscher haben es in Zeiten wie diesen nicht einfach. Der IT-Markt bewegt sich wie schon lange nicht, wie die geplanten Übernahmen von 3Com durch Hewlett-Packard oder Sun Microsystems durch Oracle zeigen. Dennoch haben die Analysten von Gartner ein Kredo: Trends, die strategisch wichtig sind, müssen die Analysten nach eigener Definition einer Technologie signifikantes Potenzial für die kommenden drei Jahre zuschreiben.

IT-Entscheider oder Neudeutsch CIOs dürfen damit rechnen, in einigen der genannten Felder an größeren Investitionen nicht vorbeizukommen und im schlimmsten Fall als Nachzügler entscheidende Entwicklungen zu verschlafen. Anders gesagt: „Unternehmen sollten die genannten zehn Technologien in ihren strategischen Planungsprozess einbeziehen“, rät David Cearley, Vizepräsident und Analyst bei Gartner. „Sie sollten entscheiden, welche Technologien ihren individuellen Geschäftsinitiativen nützen.“ In jedem Fall sollten sich Unternehmen den folgenden zehn Technologien stellen oder zumindest damit auseinandersetzen.

Anwendungen aus der grünen Wolke am PC
Auf dem ersten Platz findet sich das Thema Cloud Computing, was nicht wirklich überrascht. Cloud Computing liegt bekanntlich ein Modell zu Grunde, bei dem Provider ihren Kunden eine Vielzahl von IT-basierenden Leistungen anbieten. Das Konzept eliminiere die Kosten für IT-Lösungen zwar nicht, meint Gartner. Aber einige Ausgabenposten würden doch anders gestaltet, andere durchaus reduziert. Außerdem verändere Cloud Computing die Position der Anwender. Sie würden künftig zunehmend selbst als Cloud-Anbieter auftreten und Anwendungen, Informationen oder Geschäftsprozess-Services ihren Kunden und Partnern anbieten.

Auf Platz zwei thront das Thema Advanced Analytics. Analyse-Tools und -Modelle versprechen Effektivität bei Geschäftsentscheidungen, indem sie alternative Ergebnisse und Szenarien aufzeigen. Gartner sieht hier eine neue Stufe der Unterstützung für operative Geschäftsentscheidungen erreicht. Anwendungen wie Customer Relationship Management (CRM) oder Enterprise Resource Planning (ERP) eröffneten demnach in der Vergangenheit neue Spielräume durch die schnelle und rechtzeitige Aufbereitung von Informationen. Die neue Technologie hingegen ermögliche den Blick in die Zukunft, so Gartner.

Client Computing belegt den dritten Platz. Durch Virtualisierung werden neue Möglichkeiten der Präsentation von Client Computing-Anwendungen möglich, analysiert Gartner. Als Folge seien Entscheidungen über spezielle PC-Hardware-Plattformen oder auch Betriebssysteme weniger kritisch als in der Vergangenheit. Die Analysten raten Unternehmen dazu, proaktiv eine auf fünf bis acht Jahre angelegte, strategische Client Computing-Roadmap zu erstellen. Darin sollten unter anderem Entwicklungslinien für Gerätestandards, Ownership und Support herausgearbeitet sein, ebenso für die Wahl von Betriebssystemen und Anwendungen, ihren Einsatz und ihr Update.

Die grüne IT schafft es auf Platz vier und sollte nach Ansicht von Gartner ebenfalls nicht in Vergessenheit geraten. Die IT könne einen erheblichen Beitrag für eine sauberere Umwelt leisten, beispielsweise durch die Nutzung von elektronischen Dokumenten, Teleworking und somit das Überflüssig-
machen von Dienstreisen. Eine noch stärkere Rolle kann die grüne IT nach Ansicht der Analysten künftig bei der Kostenreduktion spielen. Analyse-Tools können beispielsweise transparent machen, wo im Unternehmen Energie gespart werden kann (siehe auch pfm-Magazin-Schwerpunktthema 11/2009).

Social Computing trifft Unternehmen
Platz Nummer fünf ist für effizientere Rechenzentren reserviert. Auch hier geht es darum, nicht mehr sorglos Geld zu verschwenden. Einst plante man neue Rechenzentren mit enormen ungenutzten Raumkapazitäten, weil man die Entwicklung über 15 oder 20 Jahre im Blick hatte. Hier rät Gartner zu deutlich mehr Effizienz. Man mag gerne die später benötigten Raumkapazitäten vorhalten, sollte sich aber mit einer genutzten Fläche begnügen, die für die kommenden fünf bis sieben Jahre ausreicht. Durch den so erreichten Einschnitt bei den Betriebskosten schaufle man Geld für aktuell wichtigere Projekte frei, so die Analysten.

Was im privaten Umfeld sicher derzeit Platz eins inne hat, schafft es im Gartner-Ranking für Unternehmen immerhin auf Platz Sechs. Die Mitarbeiter haben es laut Gartner satt, in zwei getrennten Welten zu arbeiten: einer für ihre Arbeit im engeren Sinne und einer für den Zugang zu „externen“ Informationen. Deshalb sollten sich Unternehmen auf den Einsatz von Social Software am Arbeitsplatz ebenso einstellen wie auf die Rolle von Communities im Unternehmen und darüber hinaus.

Platz sieben für aktives Monitoring: Sicherheit meint traditionell den Bau eines Zauns, um Gefahren von außen abzuwehren. Tempi passati, findet Gartner. Längst habe sich Security zu einem aktiven Beobachten von Aktivitäten und auffälligen Mustern entwickelt. Der Markt biete mittlerweile eine unüberschaubare Vielfalt an Monitoring- und Analyse-Tools, mit deren Hilfe sich Unternehmen besser vor verdächtigen Geschehnissen schützen können. Die strategische Herausforderung besteht nach Ansicht der Analysten derzeit darin, die Stärken und Schwächen dieser Angebote zu verstehen und eine geeignete Lösung für die eigenen Anforderungen herauszufiltern.

[...]

Dezember 2009 / Klaus Lackner

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des pfm-Magazins.

Mehr zum Thema.

( )
Tweet this
Reaktionen auf diesen Artikel

Es wurden noch keine Reaktionen in diesem Forum eingegeben.

 

Suche
Google Suche
Newsletter