Österreichische Unternehmen aus der IKT-Branche beweisen Innovationskraft – wir stellen ihnen Unternehmen vor, die es geschafft haben: Die Kremser Is-It-On schafft es auf die Gesichter von IT-Managern mit Bandbreitenproblemen wieder ein Lächeln zu zaubern. Wie, das erfahren Sie hier.
Netzwerk-Performance-Management hört sich anfangs nach einem nicht wirklich nicht aufregenden und auf den ersten Blick überholten Thema an. Werden die Datenleitungen eng, verlegt man einfach neue oder man mietet beim Provider seines Vertrauens eine leistungsfähigere Anbindung. Da wird nicht lange auf die Kosten geachtet. Doch kommt man als Unternehmen einmal, selbst in Österreich, in die Situation, dass Bandbreite Mangelware ist, dann sind Lösungen gefragt. Lösungen, die viele, vor allem große, Anbieter dieser Welt liefern können. Aber auch ein österreichisches Unternehmen namens Is-It-On tummelt sich als schlauer Delphin in diesen Gewässern, das vornämlich von riesigen Walen dominiert wird. Das Unternehmen bietet Lösungen, die umfassend und flexibel sind, dass der größte Wal namens Cisco oft noch nicht einmal nachdenkt, wenn der Delphin bereist die Lösung realisiert hat. Sicher hat sich Mastermind Albert Kisling, seineszeichens Technikchef oder neudeutsch CTO, mit seiner kleinen Mannschaft nicht zum Ziel gesetzt, sich als Unternehmen mit einer Cisco zu messen. "Die Luft ist dünn – da gibt es von Cisco abwärts sehr viel Konkurrenz", gibt Kisling offen zu. Gerade deshalb kontert er mit seinem Unternehmen Is-It-On mit Innovationskraft, Flexibilität beim Kunden und einem Return on Investment (ROI) von oft nur einer Woche. Ein Beispiel: "Beim Stahlproduzenten Böhler in Kapfenberg konnten wir eine vier Megabit-Leitung letztendlich auf zwei Megabit drosseln – die Provider wollten auf zehn erhöhen", so die Kisling´sche Kurzfassung einer langen Leidensgeeschichte für Böhler.
Von der Idee zum Produkt Schon als wissenschaftlicher Leiter an der Technischen Universität (TU) in Wien hat sich Kisling mit der "Säzierung" von Datenpaketen auseinandergesetzt: "Ich komme aus dem klassischen Bereich Netzwerk-Management." 1998 wurde dann der erste Schritt als Einzelunternehmer in Richtung Selbständigkeit gesetzt. "Damals waren wir Pioniere im WLAN-Bereich und haben in unseren Anfängen alles getestet, was es am Markt gegeben hat, viel Geld ausgegeben und gemerkt, es geht nix", bezieht sich Kisling auf die damaligen Probleme bei der Übertragung von Daten per Funk. Danach wurde nach Lösungen gesucht und ein Jahr später wurden 40 Prozent der damals sehr zahlreichen österreichischen WLAN-Provider mit Lösungen ausgestattet. "Eine zwei Megabit-Leitung hat damals 1500 Euro gekostet. Der Kostendruck war entsprechend hoch. Wir haben gelernt die Pakete zu identifizieren, wie man ihnen ein Mascherl gibt und der Bandbreite entsprechend nach Wichtigkeit überträgt. Damit haben wir einen Markt entdeckt. Manche sagen, wir haben das Internet-Protokoll neu erfunden", erzählt Kisling stolz. Im Jahr 2000 wurde die Lösungen und alle Entwicklungskräfte des Unternehmens endgültig dem Thema Bandbreiten-Management zugesprochen. Mit Erfolg: "2004 haben wir den Niederösterreichischen Innovationspreis im Bereich Software und Elektronik gewonnen." Aber auch Rückschläge mussten verkraftet werden. So wurde ein Förderantrag bei der Förderungsgesellschaft FFG eingereicht. Heute weiß man woran es lag – Kissling: "Wir haben den Fehler gemacht und das ohne Berater durchgezogen." 2005 schließlich räumte man noch den E-Biz-Award ab und vom Land Niederösterreich wurde eine Wirtschaftsförderung in der Höhe von 60.000 Euro zugesprochen. "Das hat uns auch sehr geholfen", so die Geschäftsführerin Dietlinde Kisling. Heute ist Is-It-On ein Unternehmen mit sieben Mitarbeitern und einem ausgereiften Produktportfolio, das auf international agierende Kunden zählen kann. Jetzt will das Unternehmen auch im Vertrieb internationalisieren. "Unser Business-Plan ist schon sehr ehrgeizig', gibt Dietlinde Kisling offen zu. "Aber was wir mit Kapsch bisher erreicht haben, wollen wir international weiterführen."
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Oktober 2009 / Klaus Lackner
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des pfm-Magazins.