Fiat bezog bei der Entwicklung seines Modells 500 sehr geschickt seine potenziellen Kunden ein und erhielt via Internet etwa 500.000 Empfehlungen. Ein US-Autokonzern dagegen stellt erst am Ende der zweijährigen Entwicklung seinen neuen SUV via Internet vor und begrub das ganze Projekt nach vernichtender Kritik. Die Gesellschaft 2.0 beruht eben auf Dialog – richtig genutzt hilft sie Unternehmen, sich nicht am Markt vorbei zu entwickeln.
Enterprise 2.0 meint aber nicht nur die Beziehung zu den Kunden. Professor Andrew McAffee von der Harvard Business School prägte 2006 erstmals den Begriff „Enterprise 2.0“. Seither werden engagierte Debatten geführt, was genau darunter zu verstehen ist. Der Kern aller Überlegungen ist, wie sich Unternehmen erfolgreich dem gewandelten Umfeld anpassen. Ein ganz wichtiger Teil davon betrifft die interne Kommunikation und die Verbreitung von Wissen.
Das neue Arbeiten
Microsoft verwendet als Begriff „Das neue Arbeiten“. Gemeint sind damit neue Kommunikations- und Arbeitsformen, das Verknüpfen von Informationen und Menschen sowie integrierte Geschäftsanwendungen. Auf Produktseite schlägt sich das nieder in Unified Communication & Collaboration, Business Intelligence, Enterprise Content Management und Enterprise Search.
Und tatsächlich – mit Unified Communication lassen sich bedeutende Zeitgewinne erzielen und unnötige Arbeitsschritte vermeiden. Wichtiger Teil ist die so genannte Präsenzinformation, die aussagt über welche Kommunikationskanäle jemand gerade erreichbar ist: das kann sein Festnetz, Handy, Chat (bei Microsoft der Communicator), Mail oder eben gar nicht, weil auf Urlaub oder krank. Und der Witz ist, dass diese Information nicht nur am PC, sondern auch am Handy zur Verfügung steht, so man etwa den BlackBerry Enterprise Server 5.0 (siehe Artikel auf Seite 10) oder Windows Mobile 6.5 als mobiles System nutzt.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist, dass die benötigte Information projekt- oder teamweise zur Verfügung gestellt wird und das eben wieder unabhängig davon wo man ist. Also, es wird Information und Wissen mit Menschen vernetzt und nicht hierarchisch von oben nach unten geleitet.
Neue Wege der Zusammenarbeit
„Web 2.0-Technologien liefern heute einzigartige Möglichkeiten Mitarbeiter, Kunden und Partner zu erreichen. Deshalb nützt ein vertrauter Umgang mit dem Web und die Nutzung neuer Kommunikationswege im Kontext professioneller Unternehmensanwendungen der Verbesserung der Produktivität und Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des Unternehmens“, sieht Martin Winkler, Geschäftsführer Oracle Austria, die Notwendigkeit Web 2.0 aktiv zu forcieren.
Mit Oracle WebCenter Services lässt sich jede standardbasierte Web-Oberfläche durch hochentwickelte Enterprise 2.0 Services für die Benutzerinteraktion ergänzen. Dies eröffnet ganz neue Möglichkeiten bei Community-basierten Interaktionen, Web-Analysen, dem Content-Management und dem sozialen Networking.
Letztlich soll die richtige Information über den richtigen Weg, zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das funktioniert aus Oracle-Sicht über die Verknüpfung verschiedener Bereiche im Unternehmen: persönliche Bereiche (E-Mail, Dokumente, Kontakte, Kalender, Anwendungen), Web 2.0, Unternehmensanwendungen wie ERP, CRM, BI, Corporate Intranet und Collaboration, eingebettet in Datenschutz-, Sicherheit- und Compliance-Richtlinien.
Smarte Organisationen
Bei IBM läuft das Thema unter dem Namen „Smarter Planet“, wie wir in der Februar-Ausgabe im Interview mit IBM-Generaldirektor Leo Steiner berichtet haben: „Bisher war es so, dass wir Prozesse genommen und in der IT abgebildet, das heißt, automatisiert und mit IT unterstützt haben. Heute sind wir in einer Situation, wo wir Prozesse völlig neu definieren und sie mit der IT umsetzen können. Es geht nicht nur darum einzelne Prozesse zu automatisieren, sondern Prozesse zusammenzufassen und damit auf eine neue Ebene zu heben.“ Und Steiner führt weiter aus: „In allen Branchen, ob Government, Verkehr, Gesundheit, Energie, überall kann man bisherige Insellösungen auf die nächste Ebene heben und durch die Zusammenfassung auch die Abläufe vereinfachen und neu überdenken. Aus jedem Gerät entstehen heute Daten, die genommen werden können um die Nutzung zu vereinfachen und das Produkt zu verbessern.“ Und tatsächlich betrifft das Thema nicht nur Firmen. Man nehme nur die Strategie eGovernment 2020, die gleich zweimal das 2.0 im Namen hat.
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April 2010 / Peter F. Mayer (Mitarbeit Reinhard Wilfinger)
Den gesamten Artikel lesen Sie in der April-Ausgabe des pfm-Magazins.
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