Die Gaskrise führt uns wieder einmal drastisch vor Augen in welch fragilem Zustand sich unsere Energieversorgung befindet. Davor war es der explodierende Ölpreis und immer wieder sind es mehr oder weniger großflächige Stromausfälle. So wie der, der Barack Obama bei seinem Weihnachts-Kurzurlaub in Hawaii betraf. Die meisten der Maßnahmen, die man von Energieexperten dazu zu hören bekommt, zielen auf Kosmetik aber nicht auf eine grundsätzliche Heilung des Systems ab.
Die Systeme zu Energiegewinnung und -transport stammen aus dem Beginn der industriellen Zeit, zum Teil sogar noch von früher. Computergestützte Steuer- und Regeltechnik war damals unbekannt. Die Anlage der Verteil-netze ist grundsätzlich sternförmig. Zentrale Energiegewinnung steht dezentralem Verbrauch gegenüber. Dementsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen oder Problemen. Drehen die Russen den Gashahn zu oder sperren die Ukrainer die Pipeline, friert Europa und die Industrie kann nicht mehr produzieren.
Die Gaskrise führt uns wieder einmal drastisch vor Augen in welch fragilem Zustand sich unsere Energieversorgung befindet. Davor war es der explodierende Ölpreis und immer wieder sind es mehr oder weniger großflächige Stromausfälle. So wie der, der Barack Obama bei seinem Weihnachts-Kurzurlaub in Hawaii betraf. Die meisten der Maßnahmen, die man von Energieexperten dazu zu hören bekommt, zielen auf Kosmetik aber nicht auf eine grundsätzliche Heilung des Systems ab.
Die Systeme zu Energiegewinnung und -transport stammen aus dem Beginn der industriellen Zeit, zum Teil sogar noch von früher. Computergestützte Steuer- und Regeltechnik war damals unbekannt. Die Anlage der Verteil-netze ist grundsätzlich sternförmig. Zentrale Energiegewinnung steht dezentralem Verbrauch gegenüber. Dementsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen oder Problemen. Drehen die Russen den Gashahn zu oder sperren die Ukrainer die Pipeline, friert Europa und die Industrie kann nicht mehr produzieren.
Ganz anders die Verhältnisse im Internet. Das Verteilnetz ist eng vermascht und es gibt unzählige Querverbindungen und Umwege. Und vor allem sind die Quellen vollständig dezentral. Fast jeder Verbraucher von Information ist auch Quelle. Eine Unterbrechung des Informationsflusses im Internet ist fast unmöglich. Selbst Regierungen schaffen es kaum missliebige Inhalte aus dem Web zu bannen. Die Eigentümer des Netzes und die Erzeuger von Inhalten, also die Quellen, sind radikal voneinander getrennt.
Nun werden Sie einwenden Gas, Öl und Strom könne man mit Information nicht vergleichen. Stimmt nicht. In der Physik sind Energie und Information über den zweiten Hauptsatz der Wärmelehre auf das Engste verbunden, ja man kann sogar einen Sachverhalt sowohl in Termini der Information (oder Entropie, das ist negative Information) wie in Energie beschreiben.
Die wichtigsten Industrienationen sind sich einig, dass zur Bekämpfung der Wirtschafts- und Finanzkrise staatliche Konjunkturprogramme nötig sind. Und dass neben Steuererleichterungen zur Ankurbelung von Konsum und Wirtschaft, Investitionen in die Infrastruktur gemacht werden müssen. Leider hört man gleich nach Infrastruktur oft die Worte Schiene und Straße. Ich frage mich, welchen Sinn das haben soll. Will man neben die Westbahn oder neben die Inntalautobahn noch eine zweite Trasse hinbauen? Oder Gehsteige in Städten und Gemeinden umgestalten? Die Nachhaltigkeit ist gering, denn wenn das Öl zu teuer, das Gas gesperrt und der Strom ausgefallen ist, wird sich weder auf der Schiene noch auf der Straße etwas bewegen.
Luzidere Politiker, wie Barack Obama oder Englands Gordon Brown, meinen deshalb mit Infrastruktur primär die Energie- und Datennetze. Bei den Datennetzen genügt ein Ausbau der Kapazitäten und die Erhöhung der Flächendeckung – die Struktur ist grundsätzlich in Ordnung. Bei den Energienetzen ist die Struktur aber nicht in Ordnung. Der Bau einer zweiten und dritten Pipeline von Russland nach Europa ändert nichts an der Abhängigkeit von einer Quelle. Es muss die Struktur geändert werden nach dem Vorbild des Internet. Die Quellen müssen massiv dezentralisiert werden, das Netz muss für jeden auch zur Einspeisung von Energie zugänglich werden, es muss eng vermascht sein und intelligenter werden.Ganz anders die Verhältnisse im Internet. Das Verteilnetz ist eng vermascht und es gibt unzählige Querverbindungen und Umwege. Und vor allem sind die Quellen vollständig dezentral. Fast jeder Verbraucher von Information ist auch Quelle. Eine Unterbrechung des Informationsflusses im Internet ist fast unmöglich. Selbst Regierungen schaffen es kaum missliebige Inhalte aus dem Web zu bannen. Die Eigentümer des Netzes und die Erzeuger von Inhalten, also die Quellen, sind radikal voneinander getrennt.
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Februar 2009 / Peter F. Mayer
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Februar-Ausgabe des pfm-Magazins.
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Suchbegriffe: Energiesysteme nach Internet-Vorbild