Die Erfolgsbilanz der österreichischen Wirtschaft bei der Ausnutzung europäischer Fördertöpfe kann sich sehen lassen: In den Jahren 2002 bis 2006 flossen aus dem 6. Rahmenprogramm der EU um 17 Prozent mehr an Fördermitteln nach Österreich zurück, als eingezahlt wurde. In Summe lukrierten österreichische Firmen und Institutionen 425 Millionen Euro und es wurden etwa 1300 Projekte gefördert.
Eine wichtige Rolle spielt dabei ein Bereich der FFG. Unter der Leitung von Sabine Herlitschka unterstützt ein Team von 45 Fachleuten Unternehmen und Organisationen bei der Einreichung von Projekten. "Von uns im Detail beratene Projekte waren zu 30 Prozent erfolgreich, während der EU-Schnitt und von uns nicht unterstützte Vorhaben nur eine Erfolgsquote von 15 Prozent erreichen", berichtet Herlitschka stolz über die Resultate der Arbeit ihres Teams.
Große Töpfe
Im derzeit laufenden, auf sieben Jahre ausgelegten 7. Rahmenprogramm sind immerhin 50 Milliarden Euro zu holen und wenn Russland beitritt, erhöht sich diese Summe noch um bis zu zwei Milliarden. Das Besondere daran ist, dass die Projekte international besetzt sein müssen. Mindestens drei Organisationen aus drei unterschiedlichen Ländern – diese können auch außerhalb der EU sein - müssen bei einem Vorhaben mitarbeiten. Im Schnitt sind es sogar jeweils fünf bis zehn Beteiligte. "Hier dabei zu sein bringt Unternehmen neben der pekuniären Seite natürlich noch einen weiteren unschätzbaren Vorteil", betont Herlitschka. „Denn über einige Jahre mit internationalen Unternehmen zusammenzuarbeiten eröffnet zusätzliche Marktchancen.“ Die Projekte sind oft Türöffner für internationale Aufträge.
Die Förderung steht jedem Unternehmen, Universitäten und anderen Organisationsformen zu. Die Fördersummen betragen zwischen 100.000 und mehreren Millionen Euro. KMU und wissenschaftliche Organisationen erhalten bis zu 75 Prozent der Forschungskosten refundiert, große Unternehmen bis zu 50 Prozent. Mit den 425 Millionen, die österreichische Firmen zwischen 2002 und 2006 erhalten haben, war also ein Forschungsaufwand von etwa 800 Millionen Euro in Österreich verbunden, international – mit allen Projektpartnern – kommt er sogar auf etwa vier Milliarden Euro.
Für jedes Projekt gibt es einen Koordinator, der die Arbeit der beteiligten Unternehmen und Organisationen koordiniert und managt. Bereits im April wurden 60 Koordinatoren bei der Veranstaltung "Austrian Champions in European Research" präsentiert undgeehrt, am 4. Dezember werden weitere 20 vor den Vorhang gebeten. "Wir haben so etwas erstmals in Europa gemacht und unsere Kollegen in anderen Ländern wollen unserem Beispiel folgen", zeigt sich Herlitschka erfreut über die Vorreiterrolle Österreichs.
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Dezember 2008 / Peter F. Mayer
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Dezember-Ausgabe des pfm-Magazins.
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