Man muss kein IT-Spezialist sein, um eines zu erkennen: Die Datenflut ist nicht zu bremsen. Jeder Mensch produziert unbewusst eine Vielzahl von Daten, sei es durch die Nutzung der Kreditkarte, des Handys, Gesundheitsdaten oder auch Aufzeichnungen öffentlicher Kameras - von den E-Mails und Sozialen Netzwerken ganz zu schweigen. Kein Wunder, dass internationale Untersuchungen teilweise von einer Verzehnfachung des Datenaufkommens in den nächsten fünf Jahren sprechen. "Auch die Finanzkrise wird die Datenflut nicht stoppen können. Investitionen sind erforderlich, auch in Krisenzeiten", prognostiziert Horst Heftberger, Geschäftsführer des Speicherlösungen-Anbieters Hitachi Data Systems. Ein Wachstum sei vor allem bei unstrukturierten Daten zu erwarten. Darunter fallen alle Informationen außerhalb von Datenbanken, wie etwa Videos, Bilder und E-Mails. "Die Herausforderung wird sein, die Daten so zu selektieren um den größten Nutzen für die Geschäftsprozesse und somit für das Kerngeschäft zu generieren", so der Geschäftsführer.
Bei der heimischen Wirtschaft sieht man der Datenwelle allerdings noch gelassen entgegen: 67 Prozent der Klein- und Mittelbetriebe erwarten eine Verdoppelung des Datenzuwachses in den nächsten drei Jahren, besagt eine von Hitachi Data Systems in Auftrag gegebene und vom Markforschungsinstitut Karmasin durchgeführte Studie. "Gerade kleine Unternehmen sind nach wie vor hauptsächlich mit den Grundbedürfnissen der IT beschäftigt: Wichtige Themen sind für sie die Abwehr von Spam, IT-Sicherheit, Erstellung und Optimierung der eigenen Website und elektronische Zahlung. Trotzdem gibt es bereits tausende Beispiele von KMU, die durch den Vertrieb im Netz ihre Existenz sichern", erklärt Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dabei darf gerade zu einem Zeitpunkt, wo die Datenflut die Firmen überschwemmt, Wissensmanagement - also die Aufbewahrung, Zugriff und Verwendung von Unternehmensdaten - nicht vernachlässigt werden. Die Fähigkeit aus verfügbaren Informationen anwendbares Wissen zu generieren, stellt einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar. Doch nicht einmal die Hälfte der Unternehmen haben offenbar verfügbares Wissen als bedeutenden Produktionsfaktor erkannt: Nur 46 Prozent der von Karmasin befragten Betriebe stufen Wissensmanagement als sehr wichtig sein.
Web-Storage gegen die Datenflut
"Bis jetzt bricht die Datenflut meist eher über sie herein, als dass Klein- und Mittelbetriebe deren Möglichkeiten aktiv nutzen, weil verständlicherweise vor allem IT-ferne Unternehmen mit dem Alltagsgeschäft mehr als ausgelastet sind", so die WKÖ-Generalsekretärin. Dass bedeute in Konsequenz, dass auf Papier gewohnte Vorgänge im Unternehmen oft beibehalten werden, also elektronische Rechnungen ausgedruckt und auf Papier zum Steuerberater gebracht würden. "Viele kleine Unternehmen mit zehn Mitarbeitern oder weniger beginnen erst jetzt, sich mit dem Thema "kaufmännisches Wissensmanagement" zu beschäftigen. Dafür dürfte vor allem der Kostenfaktor verantwortlich sein. Die bisherig verfügbaren Lösungen seien oft zu komplex und würden eine lokale, also teure Wartung, erfordern. Eine Chance sieht Hochhauser im Web-Storage: "Erst seit kurzer Zeit sind Online-Systeme zu günstigen Konditionen verfügbar, die auch für ganz kleine Unternehmen sinnvoll sind. Die Herausforderung besteht künftig sicher darin, solche Systeme möglichst automatisiert, benutzerfreundlich und zu einem vernünftigen Preis online anzubieten."
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November 2008 / Judith Balogh
Den gesamten Artikel lesen Sie in der November-Ausgabe des pfm-Magazins.
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