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Datenautobahn am Meeresboden
Wie jedes Netzwerk hat auch die weltumspannende Verkabelung des Internet einen sensiblen Charakter. Schließlich handelt es sich dabei um vergleichsweise zarte Kabel, die am Meeresboden auf unbekanntem Terrain liegen oder einfach durch die Tiefen der Ozeane gespannt sind. Wie anfällig diese Kabel sind, bekamen der gesamte Nahe Osten und die Westküste Indiens mitsamt der Inseln im Indischen Ozean im vergangenen Jahr gleich zweimal zu spüren. Zuerst kam es im Februar 2008 zu massiven Störungen des Internet-Verkehrs durch gekappte Kabel im Persischen Golf, und dann wieder im Dezember 2008 durch Leitungsrisse vor der ägyptischen Mittelmeer-Küste. In beiden Fällen kam es zu nachhaltigen Verbindungsausfällen in den Golfstaaten, im Iran und den angrenzenden Ländern, sowie im Westen Indiens. Einige Inseln, etwa die Malediven, waren tagelang vom Internet abgeschnitten. Telekom-Unternehmen in den betroffenen Ländern, wie etwa die vielen Call Center an der indischen Westküste, von denen einige auch für österreichische Unternehmen tätig sind, klagten über Geschäftsausfälle. In Dubai halfen sich die Telekomanbieter mit einer Verlagerung des Internetverkehrs über Netzknoten in Asien, Fernost und dann per Nordatlantik-Kabel in die USA. Damit konnten laut dem staatlichen Telekom-Betreiber Etisalat allerdings nur rund 20 Prozent des üblichen Internetaufkommens bewältigt werden – für Unternehmen ein Desaster. Verschwörungstheorien Wie die Betreiberfirmen der Unterwasserkabel, unter anderem Global Marine Systems und FLAG Telecom, schließlich feststellten, war in den meisten Fällen eine menschliche Fehlleistung schuld am Kabelschaden. Im Mittelmeer hätte ein koreanisches Schiff die Kabeltrasse ohne Erlaubnis durchquert und dabei ein Kabel „mitgenommen“. Im Persischen Golf habe ein im Sturm abgerissener Schiffsanker die Kabel zerrissen. Die Kabel konnten schließlich von Reparaturschiffen wieder geflickt werden. Beschädigungen an Unterwasserkabeln kämen immer wieder vor, meldete etwa Global Marine Systems, allein im Jahr 2007 mussten etwa 50 Ausfälle behandelt werden. [...] Juni 2009 / Arno Maierbrugger Den gesamten Artikel lesen Sie in der Juni-Ausgabe des pfm-Magazins. © Telekom-Presse
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