Die Cloud beginnt allmählich sich in Richtung Mainstream zu bewegen und die Fragen, die sich angesichts der Thematik stellen, verändern sich, heißt es bei Gartner. Aber wohin und in welche Richtung?
Flexibilität
Wenn es nach dem US-amerikanischen Unternehmen für Datenspeicherung und Datenmanagement NetApp geht, ist Flexibilität in der Cloud angesagt. Mit dem neuen Programm (Data ONTAP 8) liefert das Unternehmen beispielsweise eine Plattform, die zwar auf bewährten Cloud-Fähigkeiten aufbaut, aber auch den Funktionsumfang für virtualisierte und gemeinsam genutzte Infrastrukturen erweitert. Neu ist hier die unterbrechungsfreie Datenbewegung. „Die Daten werden von einem Storage-System auf ein anderes verschoben, dabei ist jederzeit ein Zugriff auf dieses möglich. Upgrades oder Wartungsarbeiten, die oft nur dann möglich sind, wenn das System für die Benutzer im Netzwerk vorübergehend nicht zur Verfügung steht, können somit nur bei laufendem Betrieb erfolgen, weil die Daten auf andere Speicher verlagert werden“, wie Andreas König, Senior VP und General Manager EMEA, NetApp, erklärt. Laut Teri McClure, Analyst der Enterprise Strategy Group, wird hiermit die nächste Ebene der Cloud erreicht. Beim CRM-Softwarehersteller Salesforce bemerkt man eine gewisse Demokratisierung in der Cloud: Allmählich bieten zunehmend mehr Hersteller Cloud-Services an. Man bemerkt, dass die Grenzen zwischen Consumer- und Enterprise-Anwendungen allmählich verschwimmen. Microsoft beobachtet zwei Trends: Entweder versehen Hersteller ihre Software mit möglichst vielen Funktionen oder IT-Anbieter stellen individuell angepasste Lösungen bereit. Gerwald Oberleitner, Microsoft, dazu: „Der Markt von gehosteten Applikationen wartet auch in Österreich mit starken Steigerungsraten auf – das Wachstum beträgt 30 bis 40 Prozent im Geschäftskundenbereich.“
Interne Verlagerung
Das Konzept der Cloud habe sich zunehmend auf den internen Bereich verlagert; während man bis etwa vor eineinhalb Jahren mit Cloud Computing die Idee externer, öffentlicher Cloud-Infrastrukturen verbunden hat, konstatiert Sonja Reindl-Hager, Marketing Managerin Zentraleuropa VMware. „Das interne Rechenzentrum wird in eine private Cloud umgewandelt, die auf sichere Art und Weise mit externen Cloud-Services interagieren kann.“ Eine derartige Lösung sei laut Reindl-Hager nicht ausschließlich für große, internationale Konzerne gedacht: „Kunden, die Virtualisierung zur Verringerung des Serverwildwuchses und der Kapitalkosten einsetzen, haben gleichzeitig damit begonnen IT-Ressourcenpools einzurichten. Sie haben auch festgestellt, dass ihr Rechenzentrum bereits ausfallsicherer, flexibler, serviceorientierter, also Cloud-ähnlicher geworden ist. Das Endergebnis ist eine interne Cloud, die sich mit externen Clouds verbinden lässt.“
Internet-basierte Cloud-Dienste
Ein wenig Skepsis gefällig? Eine Marktuntersuchung der Anselm Magel Management Consultants zeigt: Cloud Computing gefährdet jedoch auch die klassischen Angebote von IT-Dienstleistern und Telekommunikationsanbietern, da sich der Trend auf Kosten ihres derzeitigen Kerngeschäfts verbreitet. Umdenken ist hier also gefragt. So meint beispielsweise auch Andreas König: „IT wird generell immer mehr zum Service. Cloud Computing ist ein ernst zu nehmender Trend, der abgesehen von Outsourcing-/Hosting-Spezialisten auch mehr und mehr in Unternehmen umgesetzt wird. Für uns als Hersteller bedeutet das, noch mehr als bisher Services in unser Geschäftsmodell zu integrieren. Auch bei der Telekom Austria hat man sich beispielsweise dazu entschlossen, IT-affine Dienstleistungen über das Internet zur Verfügung zu stellen um eine höhere Flexibilität zu ermöglichen“, wie Peter Zass, Telekom Austria, berichtet. Bei Microsoft ist man davon überzeugt, dass in Zukunft Hersteller gefragt sein werden, die nicht nur lokal installierte Anwendungen bereitstellen, sondern gleichzeitig über komplementäre Web-Dienste verfügen. Anbieter, die gänzlich auf Cloud Computing setzen, werden es in Zukunft schwieriger haben. Hier würden einige Unternehmen zögern, firmenkritische Prozesse und IT-Anwendungen an Hosting-Dienstleister zu vergeben. Aus diesem Grund setzt man bei Microsoft auf Online-Services: Man geht davon aus, dass der derzeitige Markt hybride Bezugsmodelle verlangt, in denen bestimmte Daten in der Cloud bereitgestellt werden, während unternehmenskritische Informationen in der Firma verbleiben.
Geschäftsmodelländerung
„Die effizientere Arbeitsleistung von Cloud-Services sei unbestritten, vorausgesetzt; IT-Dienstleister würden auf eine Änderung ihres Geschäftsmodells hinarbeiten“, meint Magel und nennt als Beispiel die US-amerikanische Firma Bechtel, die aufgrund der Umstellung ihrer weltweiten IT-Services mit einer Enterprise Cloud eine Kostenersparnis von ganzen 30 Prozent erwirkt hat. Die Marktanalyse der Management Consulting Studie zeigt, dass On-Demand Dienste eine um bis zu 2,5-mal höhere Bruttomarge als herkömmliche IT-Dienstleistungen aufweisen. „Führungskräfte von IT-Dienstleistern müssen ihre klassischen Angebote erweitern, denn alten Wein in neuen Schläuchen anzubieten wird hier auf Dauer nicht erfolgreich sein“, veranschaulicht Magel.
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Oktober 2009 / Vera Bauer
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Oktober-Ausgabe des pfm-Magazins.
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Suchbegriffe: Cloud, die Zweite!