Der Formatstreit bei Fernsehgeräten schien bis jetzt so gut wie entschieden. Moderne LCD-Technik und deren Weiterentwicklung LED hat dem Plasma-Bildschirm bereits den Rang abgelaufen. Ganz klar ist, dass Flachbildschirme die Zukunft des Fernsehens sind. Durch HDTV, digitale Konvergenz und hoch auflösende DVDs sind „alte“ Kathodenstrahl-Fernseher schon jetzt auf jeden Fall veraltet.
Ein Plasmabildschirm wurde von Herstellern und Handel vor allem wegen folgender Eigenschaften angeboten: Der Größe, der hohen Auflösung, des Kontrasts und nicht zuletzt des günstigen Preises. Diese Eigenschaften wurden allerdings von LCD-Fernsehern schnell aufgeholt. Heute spielen Plasmas am Markt nur mehr eine untergeordnete Rolle, da LCD-Bildschirme nicht nur prächtigere Farben liefern, sondern auch in vielen flexiblen Größen angeboten werden.
Marktforscher rechnen für 2010 weltweit mit zwischen 170 und 180 Millionen verkauften LCD-TVs. Knapp ein Fünftel davon soll bereits mit der neuen Technik des LED-Backlight kommen.
Für LCD-TVs rechnen die Marktforscher 2010 mit einer Wachstumsrate von 24 Prozent. In diesem Umfang sind allerdings auch die Durchschnittspreise im Vorjahr gefallen. Heuer soll der Preisverfall mit durchschnittlich fünf Prozent im LCD- und zehn Prozent im Plasma-TV-Bereich geringer ausfallen. Als Gründe dafür nennen Experten des Branchenmarktforschers DisplaySearch den Trend zu größeren Bilddiagonalen und den Einzug von LED-Backlight bei LCD-Fernsehern.
Dem Plasma-Markt geben die Marktforscher Chancen im Bereich großer Geräte ab 40 Zoll Bildschirmdiagonale und im Bereich 3D. Geschätzt werden Zuwächse von sechs Prozent heuer nach einem Verkaufsrückgang von zwei Prozent im Vorjahr.
Wie steht es nun um die neue 3D-Technologie? Fast alle Hersteller von TV-Geräten drängen 2010 damit auf den Massenmarkt. Das Erstaunliche: Die neuen Fernseher funktionieren – und sind kaum teurer als bisherige Geräte.
Unter anderem haben Panasonic, Samsung und Sony bereits 3D-Fernseher angekündigt. Als erster Hersteller hat Samsung im März 2010 einen 3D-Fernseher it einem 3D-tauglichen Blu-Ray-Player auf den Markt gebracht. Das Gerät soll in drei verschiedenen Größen jeweils mit Full HD-Auflösung gefertigt werden – 40 Zoll, 46 Zoll und 55 Zoll. Sie sollen den für die 3D-Videoübertragung geeigneten HDMI-Standard 1.4 unterstützen. Für den 3D-Fernsehgenuss benötigt man zumindest bei den aktuellen Geräten allerdings noch eine spezielle 3D-Brille, was später nicht mehr nötig sein soll. Nach Meinung der Experten soll in etwa fünf Jahren der 3D-Fernseher den herkömmlichen 2D-Fernseher abgelöst haben.
Was sind die heißesten Neuerungen am TV-Markt?
LCD-Bildschirme mit LED-Backlight („LED-Fernseher“)
Immer mehr Hersteller setzen auf die neue Technologie, da sie viele Vorteile mit sich bringt. Während zahlreiche LCD-TVs noch immer Probleme bei der Schwarz-Darstellung haben, können LED-Fernseher aufgrund einzeln ansteuerbarer LED-Leuchten Farben und Helligkeit perfekt regulieren. Der Samsung UE40B7090 gehört zu den besten LED-TVs, die derzeit erhältlich sind. Das Modell hat eine Größe von 40 Zoll, eine Auflösung von 1920 x 1080 Pixel, ist somit Full-HD-fähig und arbeitet mit der Edge-LED-Technik. Die Leuchtdioden sind dabei am Rand des Fernsehers aufgereiht, was die sehr geringe Tiefe erklärt. So ist der Samsung UE40B7090 gerade einmal 35 Millimeter dick. Eine etwas günstigere Variante ist der Sharp Aquos LC-40LE705E. Das Modell hat ebenfalls eine Bildgröße von 40 Zoll, ist voll HD-fähig und mit allen wichtigen Anschlüssen ausgestattet. Der Fernseher verwendet die LED-Backlight-Technologie und liefert so ein bis in die Ecken sattes Schwarz. Dafür ist der Sharp nicht ganz so schlank wie das Samsung-Modell, kann mit seinen 9,3 cm Tiefe aber immer noch als dünn bezeichnet werden. Fachtests bescheinigen dem Modell eine hohe Qualität.
„Die anhaltend hohe Nachfrage nach LCD-TVs ist vor allem innovationsgetrieben“, sagt Hiroshi Sasaoka, CEO Sharp Electronics Europe. „Mit unserer Technologie revolutionieren wir das Farbfernsehen und bieten dem Verbraucher das derzeit beste Bild, das auf einem LCD-TV möglich ist. Damit positionieren wir uns als klarer Trendsetter und Innovationstreiber im LCD-TV Markt und streben einen zweistelligen Marktanteil im besonders stark wachsenden Segment der LCD-Fernseher mit LED-Hintergrundbeleuchtung in Europa an.“
Weitere LED-Fernseher gibt es von Philips, LG, Sony, Toshiba, Panasonic, JVC und Grundig. Jedoch ist darauf zu achten, dass es auch bei der LED-Technik Unterschiede gibt. So verfügen moderne Geräte entweder über die Edge- oder Full-LED-Technik. Bei ersterer befinden sich die Leuchtdioden am Rand des TVs, ähnlich wie herkömmliche Leuchtstoffröhren. Daraus ergibt sich eine sehr flache Bauweise, so dass das Gerät nur wenige Millimeter dick ist. Bei der Full- oder auch Direct-LED-Technik sind die LEDs nicht seitlich, sondern direkt hinter dem Panel in Gruppen angebracht. Diese Bereiche lassen sich separat an- und ausschalten. Dadurch wirkt das angezeigte Schwarz wirklich schwarz, da kein Licht mehr von hinten durchsickern kann. Nach den ersten Vorstellungen von 3D-Fernsehern auf den letzten relevanten Unterhaltungselektronik-Messen ist die Branche Feuer und Flamme für die neue Technologie. Samsung stellt Ende März seine ersten 3D-Fernseher und die passenden 3D-fähigen Blu-ray-Player vor. Auch Panasonic, Sharp und Sony folgen.
Laut Wolfgang Krejcik, Obmann des Elektrohandels in der Österreichischen Wirtschaftskammer, sollen die 3D-Geräte hierzulande einen Marktanteil von zehn Prozent einnehmen, mit steigender Tendenz. Er misst dies anhand des Ansturms auf 3D-Brillen, die derzeit noch eine Voraussetzung für 3D-Fernsehen sind: „Da sich die Käufer bei der Anschaffung eines 3D-TV-Geräts gleich mehrere Brillen sichern, sind diese bereits Mangelware“, so Krejcik. „Vor allem vor der Fußball-WM, die im Juni startet, wird es einen weiteren Impuls für den Kauf von 3D-Geräten geben“. Insgesamt 25 Spiele sollen auf der ganzen Welt in 3D ausgestrahlt werden. Außerdem kann dank Sony der offizielle 3D FIFA World Cup-Film auf Blu-ray betrachtet werden.
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Mai 2010 / Arno Maierbrugger
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Mai-Ausgabe des pfm-Magazins.
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