Der größte Mobilfunker der Ukraine, die mehrheitlich zur Telenor Gruppe zählende Kyivstar, gehört mit 23 Millionen Kunden zu den Top-Unternehmen in Europa. Zwar weist der Mobilfunker für das erste Quartal 2009 in Norwegischen Kronen einen um etwa 20 Prozent niedrigeren Umsatz aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, aber die ukrainische Währung hat gegenüber dem US Dollar 50 Prozent verloren. Und von der EBITDA-Marge von 58,3 Prozent können Mobilfunker hierzulande nur träumen. Diese ist zwar im Jahresvergleich um 2.2 Prozentpunkte gefallen, liegt aber geringfügig über der des Gesamtjahres 2008. Die durchschnittliche EBITDA-Marge der Telenor Gruppe beträgt im ersten Quartal 2009 nur etwas mehr als die Hälfte, nämlich 31,7 Prozent. Aus Österreich hat sich Telenor übrigens vor zwei Jahren zurückgezogen, als die Norweger ihren Anteil an One verkauft haben.
Der Sinkflug der Ukrainischen Hrywnja (UAH) ist beendet, seit der IWF kürzlich massiv interveniert hat und als sein oberstes Ziel die Stabilisierung des Staates und des Bankensystems verlautbart hat. Damit ist auch das Vertrauen in das Bankensystem stark gefestigt worden. Der Österreicher Peter Zehetner, Country Manager von Ericsson Ukraine und zuvor Country Manager von Ericsson in Österreich, geht davon aus, dass deshalb die Talsohle bald erreicht ist und berichtet von einer deutlichen Verbesserung der Stimmung: "Die Krise ist sicher noch nicht vorbei, besonders nicht bei den Banken. Aber wir sehen erste Schritte, wo wieder nach vorn geplant wird und neue Projekte, besonders im Bereich Breitbandinfrastruktur, angegangen werden."
In Weißrussland macht die Telekom Austria mit ihrem Netzbetreiber Velcom ähnliche Erfahrungen wie Telenor in der Ukraine. Die Umsatzerlöse stiegen selbst in Euro gerechnet um 12,9 Prozent, in Landeswährung sogar um 27 Prozent. Die EBITDA-Marge beträgt ebenfalls noch sehr ansehnliche 50 Prozent, gegenüber 37 Prozent für die gesamte TA-Gruppe.
Riesenmarkt Russland
Experten erwarten für die meisten Telekomfirmen in der Region ähnlich gute Resultate, obwohl für die nicht westlich geführten Unternehmen noch keine Quartalsergebnisse vorliegen. Der bei weitem größte Markt ist natürlich Russland mit etwa 188 Millionen SIM-Karten per Ende 2008, wobei auf MTS 64 Millionen, auf Vimpelcom (mit Ex-TA General Boris Nemsic als Chef) 47 Millionen und auf Megafon 43 Millionen entfallen. Das Umsatzwachstum gegenüber 2007 betrug immerhin noch 25 Prozent, wobei auf MTS und Vimpelcom etwa je 30 Prozent des Gesamtumsatzes entfielen. Auch die russische Währung verfiel gegenüber dem Dollar um 33 Prozent im zweiten Halbjahr 2008.
Ungebrochenes Wachstumspotenzial
Obwohl die Penetration in Russland bereits 130 Prozent beträgt, ist das Wachstumspotenzial ungebrochen. Erst im Jahr 2008 wurde mit der Ausrollung von UMTS begonnen – in den anderen EECA-Staaten sind die Lizenzen großteils noch nicht vergeben. Vimpelcom hat bisher etwa 42 Städte mit UMTS versorgt, MTS und Megfafon zusammen etwa ebenso viele. Erst etwa drei Prozent der User nutzen das Angebot – verglichen mit den österreichischen Erfahrungen gibt es hier also noch ein riesiges Potenzial.
Ähnlich ist die Situation in Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan und den anderen Ländern der Region. Im Großteil dieser Länder werden die 3G-Lizenzen erst heuer vergeben wodurch überall – auch bei Überschreiten der 100-Prozent-Penetration – noch riesige Wachstumspotenziale zu heben sind. Gerechnet in den regionalen Währungen wurde trotz Krise im Jahr 2008 ungebrochenes Wachstum verzeichnet.
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Juni 2009 / Peter F. Mayer
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Juni-Ausgabe des pfm-Magazins.
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