Margarete, Schramböck, NextiraOne, Kommandobrücke, Interview, Peter, F., Mayer

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Auf der Kommandobrücke in Deutschland

 
Fotocredit: NextiraOne
 

Margarete Schramböck ist Geschäftsführerin von NextiraOne in Österreich und Deutschland. Über kulturelle Unterschiede und Marktpositionen sprach mit ihr Peter F. Mayer.

pfm-Magazin: Frau Schramböck, Sie sind für Deutschland und Österreich verantwortlich?

Margarete Schramböck: Ich bin seit der Gründung von NextiraOne im Jahr 2002 in der Funktion als Geschäftsführerin in Österreich tätig und leite seit Februar vergangenen Jahres auch NextiraOne Deutschland. Dabei trage ich die Verantwortung für das gesamte Geschäft in beiden Ländern, die innerhalb des Konzerns von NextiraOne Europa nun die größte Business Area ausmachen. NextiraOne Austria beschäftigt 330 Mitarbeiter, in Deutschland sind es zirka 820 Mitarbeiter.

pfm: Das heißt auch von der Größe her ist Österreich relativ bedeutender als Deutschland? 

Schramböck: In Österreich haben wir einen jährlichen Umsatz von zirka 80 Millionen Euro, in Deutschland sind es in etwa 200 Millionen Euro. Wenn man sagt, dass für deutsche Organisationen der Multiplikator von 5 bis 10 gelten soll, ist es schon richtig, dass der deutsche Markt im Verhältnis etwas kleiner ist. Unsere Marktposition in Österreich ist sehr gut. Hier arbeiten wir schon fünf bis sechs Jahre vor.

pfm: Und woran liegt der Unterschied, dass eben Österreich stärker ist als die deutsche Organisation?

Schramböck: Das liegt an der nachhaltigen, konsequenten Arbeit, die wir seit 2002 geleistet haben – und jetzt in Deutschland leisten. Deutschland ist ein völlig anderer Markt. Die österreichische Marktstruktur ist viel konzentrierter und kleiner. In Deutschland ist sie breiter. Wir sind allerdings auch in Deutschland einer der größten Integratoren. Aber natürlich gibt es dort viele lokale Player, die in einem Land wie beispielsweise Bayern so groß sind, wie eine Organisation in ganz Österreich. NextiraOne ist in Deutschland aber ebenfalls flächendeckend vertreten und unsere Aufgabe besteht darin, mehr und intensiver neue Projekte heranzuziehen. Davon gab es bereits einige sehr große in den letzten zwölf
Monaten. 

pfm: Als Sie die Geschäftsführung in Deutschland übernommen haben, was haben Sie da vorgefunden bzw. was mussten Sie ändern?

Schramböck: Ich habe eine neue Organisationsstruktur aller „Direct Reports“, also den Personen, die direkt an mich berichten, aufgebaut, vom Personalleiter über den Serviceleiter hin zum Vertriebsleiter, und das Management restrukturiert. In einem weiteren Schritt wurde auch die Ebene unter den Direct Reports neu aufgebaut, das betrifft vor allem die Regionsstrukturen.  In Österreich sind wir in allen Bundesländern erfolgreich vertreten und verfügen über ein sehr starkes und gut funktionierendes Regionalsystem. Jeder Regionsverantwortliche trägt die Verantwortung für sein Geschäft quasi als Unternehmer. Dieses starke Unternehmertum habe ich auch in NextiraOne Deutschland eingeführt. 

pfm: Sehen Sie schon erste Ergebnisse?

Schramböck:
Ich sehe es anhand der Projekte, die wir im vergangenen Jahr gewinnen konnten. NextiraOne setzt auf lokales und internationales Geschäft. Der öffentliche Sektor ist in Deutschland ein sehr lokales Geschäft und gerade dort konnten wir stark wachsen, im Vergleich zu Österreich. Die deutsche Regierung hat hier, aus meiner Sicht, der Wirtschaft intensiver geholfen und Projekte vorangetrieben. Großprojekte, die wir gewonnen haben, sind beispielsweise das Land Niedersachsen mit einem Rahmenvertrag von über 70 Millionen Euro. Allein dieses Projekt ist so groß wie das Gesamtvolumen unseres Geschäftes in diesem Bereich in Österreich. Ein weiteres Projekt setzen wir gerade mit Rheinland Pfalz um, mit einem Rahmenvertrag von über 30 Millionen Euro.  Aber es sind auch größere Städte unter unseren Kunden, zum Beispiel die Stadt Leipzig. Also eine Reihe von Großprojekten, die wir uns im öffentlichen Sektor holen konnten.

pfm: Welche Unterschiede sehen Sie noch?

Schramböck: Die Sozialpartnerschaft ist in Österreich entscheidend anders und ermöglicht ein flexibleres Zusammenarbeiten. Der Konflikt zwischen Unternehmer und Betriebsrat ist in Deutschland sehr stark. Österreich verfügt in dieser Hinsicht über eine lange Tradition, die eine geringere Konfrontationsstellung mit sich bringt als wir sie in den Märkten in Frankreich und Deutschland vorfinden. Mir ist es gelungen in den zwölf Monaten ein Gesprächsklima aufzubauen, in dem die Parteien wieder aufeinander zugehen. Es gibt nach wie vor unterschiedliche Sichtweisen und Interessen, aber es findet wieder ein Dialog statt. Ich glaube das ist ein typisch österreichischer Ansatz, dass wir miteinander sprechen, auch wenn nicht dieselben Grundvoraussetzungen bestehen. Und eine funktionierende Kommunikation ist stets im Interesse des Unternehmens. Das ist der zweite, sehr wesentliche Unterschied, der für mich im Tagesgeschäft am stärksten spürbar ist.

pfm: Wie war der Markt in Deutschland und in Österreich im Jahr 2009? Wie entwickelt er sich 2010?

Schramböck: 2009 war generell zurückhaltend. Die Bereiche, die stark gewachsen sind und wo es gleichzeitig auch Unterschiede gab, habe ich bereits erwähnt. In Deutschland war das der öffentliche Sektor, während im Unterschied dazu in Österreich kaum Bewegungen vorhanden waren. Ebenfalls gewachsen ist das internationale Geschäft. Wir sind der einzige Integrator mit dem Schwerpunkt Kommunikation, der über ganz Europa seine Dienste über die Grenzen der einzelnen Länder hinaus anbieten kann. Und das bringt uns den entscheidenden Vorteil. Wir haben große Projekte im internationalen Geschäft generiert und wachsen in diesem Bereich zweistellig, mit mehr als 15 Prozent. Dieses Wachstum ist darauf zurückzuführen, dass wir im Vergleich zu unseren Mitbewerbern diese Vorteile erhalten konnten. Die Konkurrenz agiert stark lokal. Beispielsweise die Deutsche Telekom: Sie ist natürlich groß, in Deutschland eine Marktmacht. Aber wenn Projekte mit Italien und Spanien übernommen werden sollen, dann tun sie sich auch schwer. Große Kunden suchen aber aufgrund des Marktdrucks und der Wirtschaftskrise nach Kostensparpotenzialen über ganz Europa und nach flexiblen Partnern. Der Druck zentral und gemeinschaftlich zu agieren, ist durch die Wirtschaftskrise gestiegen. Das ist für uns von Vorteil. Ich glaube, dass 2010 immer noch herausfordernd sein wird, da unsere Branche immer etwas später reagiert. Wir fokussieren derzeit vor allem die Bereiche Collaboration, inklusive Mobility Integration, Contact Center und Datacenter. In letzterem werden wir auf europäischer Ebene mit Cisco gemeinsam ins Geschäft einsteigen.

[...]

Mai 2010 / Peter F. Mayer

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Mai-Ausgabe des pfm-Magazins.

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