Auf App-Wegen

Weitere Verbesserung von Android kommen für Galaxy Nexus   Berliner Polizei plant Patrouillen im Web 2.0   Pinterest: Das soziale Netzwerk für die schönen Dinge im Leben   Apple ändert Bestimmungen von iBooks   Wikileaks-Informat muss vor Kriegsgericht

Auf App-Wegen

 
 

Applikationen für mobile Geräte boomen nicht zuletzt deshalb, weil der Markt für Smartphone- und Touchscreen-Handys kontinuierlich wächst. Welche Applikationen künftig gefragt sind.

Apple hat mit seiner erfolgreichen Marketing-Kampagne zweifelsohne das Konzept für mobile Applikationen popularisiert. iPhone Apps für das iPhone, Android Apps für Googles Flaggschiff und andere Schlagwörter prägten das vergangene Jahr. Gegen Ende des Jahres 2009 hatten es auch andere Hersteller eilig, ihre eigenen Versionen von App Stores und iPhone-ähnlichen Mobiltelefonen auf den Markt zu bringen. Die sechs größten mobilen Application Stores sind neben dem iTunes AppStore auch BlackBerry App World, Google Android, Nokia Ovi Store, Palm App und Windows Marketplace for Mobile.

Das niederländische App-Analyse-Unternehmen Distimo hat in seinem jüngsten Report einen Blick darauf geworfen, welche Application Stores den höchsten Anteil an frei verfügbaren Apps haben. Was beim Ergebnis wenig überrascht: Der kostenfreie Android Market hatte hier eindeutig die Nase vorn. Der Trend geht demnach auch in Richtung kostenfreie Apps. Wie aber wird sich die mobile Applikations-Industrie im aktuellen Jahr entwickeln? Andreas Burtscher, Produkt-Manager bei Sony Ericsson, zur gegenwärtigen Marktsituation: „Applikationen sind natürlich ein heißes Thema. Das sieht man auch am Design der Telefone (Anmerkung: Touchscreen) und zweitens am Trend hin zum offenen Betriebssystem. Aber auch Symbian und andere Betriebssysteme spielen dabei eine Rolle.“

App-Nutzung
Der finnische Mobiltelefon-Hersteller Nokia hat eine Umfrage über die App-Nutzung der Kunden durchgeführt. Befragt wurden 600 sowohl technisch versierte als auch nicht versierte Personen. 27 Prozent der Befragten haben angegeben, bereits Erfahrung mit mobilen Apps gemacht zu haben. Beliebt sind nach wie vor Applikationen aus den Bereichen Navigation, die mit 55 Prozent die Hitliste anführen, gefolgt von Kalenderfunktionen. Die österreichischen User haben im Schnitt 9,6 Anwendungen auf ihren Smartphones installiert. Welcher Application Store gewählt wird, hängt für knapp die Hälfte der User von dem bereits installierten Zugang auf dem Handy ab. Gewünscht werden hauptsächlich Applikationen für Fahrplaninformationen, mediale App-Installationen wie TV-Programme oder jene aus dem Handel- und Bankbereich. Eine Barriere für die App-Nutzung stellt für viele User noch ein zu kleines Display dar, was sich mit dem wachsenden Anteil an Smartphones und Touchscreen-Geräten aller Voraussicht nach bald ändern wird.

Keine Apps ohne Screens
Der Markt für Smartphones und Touchscreen-Handys wächst kontinuierlich, was natürlich auch den Bedarf an Apps ansteigen lässt. Der Marktforscher Research2Guidance hat diesbezüglich den Global Smartphone Application Market Report 2010 veröffentlicht: Demnach soll der Marktwert von Apps innerhalb von vier Jahren  von knapp zwei Milliarden Dollar auf beinahe 16 Milliarden Dollar anwachsen. Der Grund für diese Annahme liegt darin, dass nach Einschätzungen von Gartner bis zu diesem Zeitpunkt an die 970 Millionen Smartphones weltweit im Gebrauch sein werden.

Aussichten
„Vor einiger Zeit waren Applikationen wie Push E-Mail sehr beliebt, was inzwischen aber schon Standard ist. Dann war Navigation eine weitere beliebte Applikation, aber auch diese zählt mittlerweile bereits zu der Standard-Vorgabe“, meint Andreas Burtscher. Eine interessante Geschichte, die künftig mehr genutzt werden wird, ist seiner Ansicht nach Augmented Reality. „Das Angebot von Applikationen ist dabei so vielfältig wie die Kunden, die es verwenden“, meint Burtscher.

 

Interview mit Philipp Nagele, Mobile Monday, Produkt-Manager

pfm-Magazin: Wohin geht der Trend bei Applicaton Stores? Was erkennen Sie?

Philipp Nagele: Ein Trend, der aber schon wieder im Abklingen ist, war, dass große Marken versucht haben, das Thema Apps für die Verbreitung ihrer Popularität zu nutzen. Zum Beispiel hat Warner Brothers mit Harry Potter Applikationen seinen neuesten Film beworben oder der Autokonzern Audi hat versucht, mit einem Autorenn-Spiel sein Image zu transportieren. Derartige Anwendungen wurden jedoch teilweise sehr unreflektiert im Sinne des Kundennutzens veröffentlicht. Viele dieser Apps sind nicht auf langfristige Nutzung ausgelegt, sondern transportieren eine kurzweilige Marketingmessage und sind bereits nach wenigen Tagen schon wieder vom Kunden vergessen. Generell ist das Thema „Apps als Marketing Kanal“  aber ein relativ neues und noch unbekanntes Gebiet. Auch wenn ein App Store Downloadzahlen von mehreren Millionen Stück aufweist, müssen sich Hersteller von Markenartikeln genauer überlegen, wie Apps beziehungsweise mobile Konzepte integrativer Bestandteil ihres Marktauftritts sein können. Langfristiger Erfolg ist nun einmal ausschließlich über einen gesteigerten Kundennutzen zu erreichen.

pfm: Das bedeutet in weiterer Folge für die Unternehmer….?

Nagele: Die Zeit der einfachen Applikationen ist vorbei. Die Kunden müssen definitiv einen speziellen Nutzen dahinter sehen. Auch Agenturen beschäftigen sich derzeit verstärkt mit dem Thema Apps, stoßen bei ihren Kunden aber noch größtenteils auf Zurückweisung, wenn es um die Kostenfrage geht. Markenhersteller oder Kunden sind nur selten dazu bereit 15.000 Euro oder mehr für eine Applikation zu
berappen.

pfm:Wie kann ich Applikationen gewinnbringend und erfolgreich nutzen?

Nagele: Mit einer App kann ich drei Ziele verfolgen. Erstens: Die Applikation als Business-Modell – also dass ich damit Geld verdiene, wie es zum Beispiel bei Spiele-Apps der Fall ist. Dazu zählen auch noch die seinerzeit beliebte Navigationssoftware oder auch Business-Software wie PDF-Reader oder Textverarbeitungsprogramme. Zweitens: Die App wird als Marketinginstrument verwendet um beispielsweise die Brand Recognition zu steigern oder Produkte auf innovative Art zu bewerben. Ikea ist zum Beispiel stark in dieser Richtung tätig. Die dritte Möglichkeit ist, dass ein App weiteres Kundenpotenzial für einen bestehenden Dienst erschließt – das machen beispielsweise der ORF oder TripWolf. In diesem Fall existiert bereits ein Produkt, dass dann für eine App adaptiert wird. Die gesteigerte Nutzung erlaubt höhere Werbeeinnahmen.

pfm: Wie werden sich Ihrer Meinung nach die Anwendungen in nächster Zeit weiterentwickeln?

Nagele: Generell kann man sagen, dass kurzweiliges Entertainment gefragt ist wie eh und je. Mobile Bezahldienste haben ebenso stark zugenommen, was jedoch nicht nur auf den gesteigerten Einsatz von Apps zurückzuführen ist. Bezahldienste verlangen vom Nutzer ein höheres Maß and Vertrauen in die Lösung und werden daher nur langsam akzeptiert.

pfm: Welche Herausforderungen kommen auf die Entwickler daher in nächster Zeit also zu?

Nagele: Die Herausforderung ist, eine Applikation zu schreiben, die so viel Leute wie möglich erreicht. Das bedeutet in weiterer Folge natürlich, dass
diese viele Endgeräte unterstützen müssen. Entwickelt man ausschließlich für das iPhone, erreicht man circa 250.000 potenzielle Kunden. Erweitert der Entwickler auf Android oder Symbian, vervielfacht sich die Zielgruppe. Das stellt eine Firma vor eine Herausforderung, Applikationen auch mehrfach zu programmieren, damit sie auf den diversen Endgeräten laufen können. Das Ganze ist in der Wartung aufwendig und kostenintensiv, weil Apps mehrfach aktualisiert werden. Hersteller mit effizienter Cross-Plattform Entwicklung liegen klar im Vorteil.

[…]

April 2010 / Vera Bauer

Den gesamten Artikel lesen Sie in der März-Ausgabe des pfm-Magazins.

Mehr zum Thema.

( )

Reaktionen auf diesen Artikel

Es wurden noch keine Reaktionen in diesem Forum eingegeben.

 
Auf App-WegenAuf App-WegenAuf App-Wegen Telekom-Presseon
Meinung  •  E-Book  •  Abo  •  Mediadaten
Auf App-Wegen
Auf App-Wegen Auf App-Wegen
Partner
Auf App-Wegen
Auf App-Wegen
Auf App-Wegen
Auf App-Wegen
Auf App-Wegen
Auf App-Wegen
Auf App-Wegen
Auf App-Wegen
Suche
Auf App-Wegen Auf App-Wegen
Google Suche
Weitere Artikel

Suchbegriffe: Auf App-Wegen