Apples neuer Schachzug

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Apples neuer Schachzug

 
Fotocredit: Apple
 

Lange wurde das Tablet aus dem Hause Apple herbeigesehnt. Nun präsentierte Steve Jobs das "iPad" der Öffentlichkeit. Es erinnert stark an ein vergrößertes iPhone.

Das 9,7-Zoll große Tablet namens iPad von Apple könnte sich als Brückenschlag zwischen Mobiltelefonen und Netbooks etablieren. An diesem Versuch sind bereits einige Geräte zuvor gescheitert, doch dank AppStore ist das Apple-Tablet für zahlreiche Funktionen einsetzbar. Vor allem den E-Book-Reader-Herstellern wird das iPad wohl das Fürchten lehren.

Spezifikationen
Das iPad verfügt über ein reaktives, hochauflösendes Multi-Touch-Display. Mit 13,4 Millimeter ist das Gerät äußerst dünn und mit 680 Gramm hervorragend als mobiler Begleiter geeignet. Derzeit verfügt das  iPad über zwölf Multi-Touch-Anwendungen, die speziell dafür entwickelt wurden. Zudem können Anwender des Apple-Tablets auch fast alle der über 140.000 Programme aus dem AppStore auf dem Gerät nutzen. Auch Programme für das iPhone oder iPod sind kompatibel. Durch die Multi-Touch-Oberfläche soll zudem das Surfen im Internet erheblich interaktiver werden als auf gängigen Computern.

Virtuelle Soft-Tastatur
Mithilfe der nahezu originalgroßen „Soft“-Tastatur soll dem Versenden von E-Mails nichts im Wege stehen. Die virtuelle Tastatur entspricht fast eins zu eins einer herkömmlichen physischen Tastatur. Zudem wird ein iPad Keyboard Dock erhältlich sein, mit dem das iPad einem Notebook in nichts mehr nachstehen soll. Aber auch als digitaler Fotorahmen oder E-Book-Reader kann es fungieren. Filme in HD und die Wiedergabe von Musik sind mit dem Apple-Neuling ebenso kein Problem.

Das iPad wird ebenfalls wie das iPhone und der iPod mittels USB synchronisiert. Der integrierte A4 Chip wurde von Apple selbst entworfen. Er soll eine außergewöhnliche Prozessor- und Grafikleistung in Kombination mit einer langen Batterielaufzeit von bis zu zehn Stunden bieten. Bis zu 1000 Ladezyklen ohne signifikante Einbußen bei der Batteriekapazität können damit laut Hersteller erreicht werden. „Das iPad ist unsere fortschrittlichste Technologie in einem zauberhaften und revolutionären Gerät zu einem unglaublichen Preis,“ sagt Steve Jobs, CEO von Apple. „iPad schafft und definiert eine völlig neue Gerätekategorie, welche die Nutzer mit den Anwendungen und Inhalten auf eine viel intimere, intuitivere und spaßigere Art und Weise miteinander in Verbindung treten lässt als jemals zuvor.“ Auch beim neuen Gerät achtet Apple auf den Umweltschutz. Das iPad beinhaltet weder bromhaltige Flammschutzmittel noch PVC und das Gehäuse besteht aus hochgradig recycelbarem Aluminium.

iWork
Für das iPad wurde zudem eine neue Version von iWork entwickelt. Die Desktop-artige Softwaresuite ist speziell auf Multi-Touch-Anwendungen abgestimmt. Mit Pages, Keynote und Numbers können Anwender direkt auf dem iPad Präsentationen, Tabellen und Dokumente samt Diagrammen erstellen. Die drei Anwendungen sind allerdings nicht vorinstalliert, sondern können für jeweils 9,99 Dollar über den AppStore per Download erworben werden. 

iBooks
Neu ist auch der digitale Bücherladen mit Namen iBookstore. Apples Vorpreschen in diesem Bereich dürfte vor allem Amazon Kopfschmerzen bereiten, denn das iPad ist für den Amazon-E-Book-Reader Kindle eine große Konkurrenz.

Verfügbarkeit
Das iPad wird es in zwei Varianten – eine mit WLAN und eine mit WLAN und 3G – geben. Die 3G-Modelle sollen Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbps in HSDPA-Netzwerken unterstützen. Im Gegensatz zum iPhone soll das Gerät ohne Vertragsbindung erhältlich sein. Die Preise des ab Ende März erhältlichen iPad belaufen sich je nach Ausstattung zwischen 499 und 829 Dollar. Die genauen Euro-Preise wurden noch nicht definiert.

Pro und Contra
Trotz des Hypes rund um neue „iGeräte“ wird bereits Kritik an dem iPad laut, denn im Vergleich zum iPhone muss man beim Tablet einige Abstriche hinnehmen. Branchenkenner bemängeln die spartanische Ausstattung des Gerätes. Zunächst fehlt dem iPad eine Kamera, wodurch Videochats unmöglich werden. Auch eine Telefonfunktion ist nicht vorgesehen und nur über VoIP möglich. Ebenfalls wurde auf einen HDMI-Anschluss verzichtet, Filme können also nicht direkt vom iPad auf den Fernseher übertragen werden. Auch das Fehlen eines USB-Anschlusses und eines SD-Speicherkarten-Slots wird von vielerlei Seiten als Kritik angeführt. Weiters wird die nicht vorhandene Flash-Unterstützung – dem Standard für Videos im Internet – bemängelt, zudem werden auch Silverlight oder andere Plug-ins nicht unterstützt. Zwar wird das iPad auch ohne Vertrag vertrieben, bei der Mobilfunk-Variante kommt jedoch eine kleine Micro-SIM zum Einsatz. Micro-SIM-Karten werden jedoch nicht von jedem Provider angeboten – der Vertrag kommt nun also möglichweise durch die Hintertür. Ein gewichtiges Contra in Sachen Usability ist die fehlende Multitasking-Funktion des Gerätes. Das gleichzeitige Ausführen mehrerer Anwendungen wird vom iPad nicht unterstützt, wodurch ein professionelles Arbeiten erheblich eingeschränkt wird.

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Februar 2010 / Claudia Thon

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Februar-Ausgabe des pfm-Magazins.

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