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Analysten und Anbieter forcieren Cloud Computing

 
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Cloud Computing ist der Megatrend 2010 – sagen zumindest Analysten wie Gartner oder IDC. Vorsichtig geben sich die Firmen, die Cloud Computing eher zurückhaltend einschätzen und nutzen. Anbieter wie Amazon, Google, Microsoft, IBM oder T-Systems
werben mit Cloud-Services bei ihrer Kundschaft.

Cloud Computing sollte von IT-Verantwortlichen ernst genommen werden, rund ein Drittel der IT-Budgets der Zukunft werden in Cloud Computing investiert, sagte Gartner-Analyst Dave Cearley bei der Präsentation der Top-Trends 2010 vergangenen Herbst. Die Unternehmen sollten jetzt prüfen, von welcher Art Cloud-Dienst sie am meisten profitieren könnten. Zur Auswahl stünden Dienste wie Amazon Web Services, Google App Engine oder Salesforce.com. Weitere zu klärende Fragen seien, wie man Anwendungen schreiben könne, die in Cloud-Umgebungen funktionierten und ob man eine eigene Cloud mit Webtechniken hinter der Firmen-Firewall aufbauen möchte. IDC prognostiziert ebenfalls eine mehr als rosige Zukunft. Die weltweiten Ausgaben für cloudbasierte Internetdienste werden im Zeitraum von 2009 bis 2013 von derzeit 17,4 Mrd. Dollar auf 44,2 Mrd. Dollar ansteigen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 26 Prozent. Der Anteil an den gesamten IT-Ausgaben wächst in diesem Zeitraum von fünf auf zehn Prozent. Eine besonders wichtige Funktion übernehmen Cloud Services laut IDC-Chefanalyst Frank Gens in Bezug auf das Wachstum der gesamten IT-Branche. Allein zwischen 2012 und 2013 würden 27 Prozent der Zuwächse im IT-Markt über cloudbasierte Dienste erzielt. Er schätzt, dass der Anteil im Lauf der nächsten Jahre weiter zunehmen wird. Anbieter, die es versäumen, sich mit Cloud-Computing-Angeboten zu positionieren, verlieren laut Gens zunehmend Anteile an einem wichtigen Wachstumsmarkt.

Skeptische Kundschaft
Laut einer aktuellen IDC-Studie in Deutschland nutzen 29 Prozent der Firmen, die sich bereits mit dem Thema beschäftigt haben, Cloud-Services. 15 Prozent haben sich dagegen entschieden. Vor allem Großunternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern sind Cloud-Fans, mittelständische Unternehmen entscheiden eher dagegen.

Österreichische Unternehmen sind nach einer neuen Studie von CA erst teilweise von den Vorteilen des Cloud Computings überzeugt. Die Server-Virtualisierung gewinnt an Zugkraft. 89 Prozent der Befragten in Österreich gaben an, dass sie entweder gerade virtualisieren oder dies vorhaben. Der Schritt weiter in Richtung Automatisierung wird allerdings nicht getan. Nur 23 Prozent der Befragten arbeiten mit einer automatischen Provisionierung und gar nur neun Prozent deprovisionieren automatisch. In Österreich sieht rund ein Drittel der Unternehmen (31 Prozent) Cloud Computing als ein Synonym für Outsourcing. Die Vorteile der Cloud sind den Befragten nicht klar. Sie scheinen laut CA die technischen Vorteile der Cloud wie Self-Service auf Abruf, breiter Netzwerkanschluss, hohe Flexibilität und präzise abgerechnete Services nicht mit den geschäftlichen Vorteilen verbinden zu können.

Dazu gehören: Kostenersparnisse, verbesserter Return-on-Investment, erhöhte Erreichbarkeit oder die Möglichkeit, neue Services schneller zu generieren. Interessanterweise sehen nur elf Prozent der Befragten die präzise Abrechnung der Services – eines der Hauptverkaufsargumente für das externe Cloud-Modell – als Vorteil. Beim Blick auf die Hindernisse für die Cloud werden das Management der Cloud von jedem zweiten Unternehmen genannt, außerdem hat ein Viertel der Unternehmer Angst vor mangelnder Sicherheit in der Wolke. Zusätzlich führt fast die Hälfte der Unternehmer an (46 Prozent), dass sie nicht über die nötigen Kapazitäten verfügen, um eine Cloud-Infrastruktur einzuführen.

Auch eine IDC-Befragung in Deutschland kommt zu einem eher ernüchternden Ergebnis: Nur ein Viertel der Unternehmen hat sich bisher überhaupt mit Cloud Computing beschäftigt. Cloud Computing werde sich in den kommenden zwei bis fünf Jahren als Ergänzung bei der IT-Beschaffung etablieren. Am häufigsten genutzte Cloud Services seien Geschäftsanwendungen, Server- und Rechnerkapazitäten sowie E-Mailing-Tools. Auch hier wird als größtes Hemmnis für die Einführung die Angst vor mangelnder Sicherheit genannt.

Diese Sorge der Unternehmen ist mehr als berechtigt. Eine neue Studie der Cloud Security Alliance (CSA) mit dem Titel „Top Cloud Security Threats Report“ kommt zu folgendem Ergebnis: Sicherheitsbedenken sind das größte Hindernis bei der Einführung von Cloud-Anwendungen. Insbesondere die Furcht vor Schadprogrammen wie das Zeus-Botnet und Trojaner wie InfoStealing – bösartige Software, die sich als besonders aggressiv gegenüber sensiblen Daten in Cloud-Umgebungen herausgestellt hat – werden als Hauptgrund genannt. Weitere Gefahrenquellen, die von den Unternehmen nicht vernachlässigt werden sollten, sind der Missbrauch durch interne Vertrauenspersonen, Schwachstellen bei Shared Services, Datenverlust und Datenlecks sowie der Diebstahl und die Entwendung von Accounts, Services und Datentransfers.

Cloud Markt in Bewegung
In der Wahrnehmung der meisten IT-Nutzer dominieren Anbieter wie Google und Amazon das Geschäft mit Cloud Computing. Damit liegen die Beobachter gar nicht so falsch, zumindest bestätigt die Experton Group, die die aktuellen Cloud-Angebote im deutschsprachigen Markt untersucht hat, die starke Stellung der US-amerikanischen Anbieter. Dennoch: Das Rennen um die Cloud-Kundschaft ist keineswegs entschieden. Neue und unbekannte Dienstleister können hinzukommen, alte große Provider durch die Cloud-Verschiebungen in den Wertschöpfungsketten vom Markt verschwinden. Zudem betonten die Analysten der Experton Group die Bedeutung lokaler Niederlassungen. Besonders den Geschäftskunden raten die Experten zu Cloud-Providern mit heimischen Verträgen und Service Level Agreements (SLAs) sowie hiesigem Gerichtsstand. „Die SLAs sind oft sehr komplex, Anwender haben zudem wenig Erfahrung mit den Angeboten, daher sind deutschsprachige Fassungen wichtig“, riet Steve Janata, Analyst der Experton Group, bei der Präsentation des „Cloud Vendor Benchmark 2010“.

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Mai 2010 / Christine Wahlmüller

Den gesamten Artikel lesen Sie in der Mai-Ausgabe des pfm-Magazins.

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