An der Entwicklung der nächsten Generation des Internet sind weltweit unzählige staatliche und private Forschungsinstitutionen beteiligt: Das Web 3.0 oder auch Semantic Web, soll die Datenflut im Internet organisieren und vielversprechende Entwicklungen wie etwa intelligent vernetzte Business-Interfaces kreieren. Dies geschieht mittels der auf Metadaten basierter RDF-Technologie (Resource Description Framework), die zur automatischen Informationserkennung und -verarbeitung eingesetzt wird. In Experten- und Userkreisen ist das Semantic Web zwar bekannt, steckt aber entwicklungstechnisch noch in den Kinderschuhen, ganz zu schweigen von einer weitgreifenden Anwendung. Das Web 3.0 soll unter anderem eine zielgruppenorientierte und intelligente Vernetzung von Angeboten auf den entsprechenden Internetportalen ermöglichen – bei einmaligem Beschreiben der Daten. Dank der neuen Dimensionen des, auf Semantic Web basierenden, E-Commerce ergeben sich neuen Chancen für die Wirtschaft.
Förderung innovativer Technologien
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) fördert und unterstützt die Entwicklung und Verbreitung der neuen Technologie auf ihrer E-Business Standardisierungsplattform AUSTRIAPRO. Dort erhalten Interessierte Informationen über bereits in Anwendung befindliche Tools sowie über die Potenziale von Web 3.0 für die Tourismus-, Unterhaltungs- oder Informationsbranche im IT-Bereich. Einsatzgebiete der semantischen Technologien sind unter anderem Wissensmanagement, Datenintegration, intelligente Suchmaschinen oder Ratgeber-Systeme. Zusätzlich liefert das Web 3.0 firmeninterne Lösungsansätze zur Verbindung von lokalem Wissen und Dokumentensammlungen mit Datenbanken oder Enzyklopädien aus dem Web. Insbesondere Geschäftszweige in denen täglich große Mengen von Datenmaterial recherchiert und bearbeitet werden und wo effiziente Zusammenarbeit zunehmend relevanter wird, können von der neuen Technologie profitieren. Die Symbiose aus Semantic Web und Social Software wird als äußerst erfolgversprechend angesehen, in Form semantischer Wikis etwa, die einen strukturierten Datenexport sowie eine automatische Analyse erlauben.
Zu den österreichischen Unternehmen, bei denen sich die Web 3.0 Technologie bereits im Einsatz befindet, gehört zum Beispiel das Tiroler Web-Portal Seekda. Hier wird der Internetvertrieb von Unternehmen im Hinblick auf eine einfache, rasche sowie beliebig erweiterbare Buchungssystemlösung für e-Touris-mus optimiert. Mit der Location-basierten Applikation "Wikitude", die bereits auf Googles Android-G1 bei T-Mobile präsentiert wurde, kommt mobile erweiterte Realität in kompakter Form auf den Markt. Beim Anvisieren des Gerätes auf ein Motiv wie ein Schloss oder ein Produkt, öffnet sich durch den integrierten Bewegungssensor via GPS die Point of Information und wird in Form eines Textfeldes auf dem Bild überlagert.
Einen Schritt weiter
Nils Müller, Gründer und CEO der Trendscouts TrendONE, zeigt in seinem visionären Zugang zur Web-Evolution das Internet in seiner nächsten Entwicklungsstufe: dem Web 4.0. Dort wird die Verschmelzung des Users mit dem Rechner und dessen Innenleben noch spürbarer und wir befinden uns an der Schwelle zum "Outernet", das unsere Realität erweitert. Im Web 4.0 sind wir – im Gegensatz zum temporären Online-Status des Web 3.0 – mit Hilfe unserer Mobilgeräte dauerhaft online. Für die Werbe-Branche ergeben sich hier unzählige Möglichkeiten zur Positionierung und Darstellung, wie das deutsche Printmagazin "Human Globaler Zufall" veranschaulicht: Hier enthüllt ein schwarzes Thermo-Cover durch Handauflegen die dahinter verborgene Werbung und kann so mit Kreativität und Erinnerungseffekt punkten. Einschlägige strukturverändernde Trends sieht Müller auch im Bereich des Semantic Advertising, wo der Kunde durch Bilderkennungssoftware direkt am Point of Sale relevante Informationen erhält. Zu potenziellen Kunden zählen Telekommunikationsunternehmen, Agenturen und Medienkonzerne.
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Juni 2009/ Eva Zelechowski
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Juni-Ausgabe des pfm-Magazins.
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