Im Jahr 2007 verursachte die IT-Branche mit 820 Millionen Tonnen Kohlendioxid bereits rund zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Der Umstand, dass die IT-Branche mittlerweile die gleiche Menge CO2 wie der Luftverkehr erzeugt, lässt auf grünen Handlungsbedarf schließen. Der umweltfreundliche Umgang mit Informationstechnologien betrifft sowohl Produzenten als auch Konsumenten gleichermaßen. Auch Unternehmen können ihren grünen Beitrag leisten.
Grüner Lebenszyklus
Im Zusammenhang mit nachhaltiger Produktion fällt im IKT-Bereich immer häufiger der Begriff "Green IT". Er steht für Technologien, bei denen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg auf die Nachhaltigkeit geachtet wird. Dabei setzt die umweltfreundliche Informationstechnologie bereits bei den verwendeten Chemikalien in der Produktion an, die zum Teil erhebliche Schäden (siehe Kasten) auf den Mensch und seine Umgebung haben können. Zudem sind die Energieeffizienz in der Produktanwendung und das Recyceln der Geräte Teil der grünen Strategie. Neben der Hardware können die Anwender auch bei der Software grüne Entscheidungen treffen und unter anderem mittels Virtualisierung hohe Energieeinsparungen erzielen.
Öko-Check
Greenpeace unterzieht seit August 2006 führende Elektronikhersteller in dem Ratgeber "Grüne Elektronik" regelmäßig einem Öko-Check. Dabei wird auf die Vermeidung schädlicher Chemikalien und das Recycling innerhalb der Elektronikkonzerne geachtet. Mit dem Greenpeace-Ratgeber sollen die Hersteller dazu veranlasst werden, die Verantwortung für die volle Lebensdauer ihrer Produkte zu übernehmen.
Claudia Sprinz, Konsumenten-sprecherin bei Greenpeace Österreich, betont die Vorteile die sich für jene Unternehmen ergeben, die den Klimaschutz in ihren Geschäftsideen umsetzen: "Energieeffiziente Produkte oder Know-How zu Energieeffizienz und Klimaschutz sind gefragt wie noch nie, Tendenz steigend. Unternehmen, die sich jetzt als Experten positionieren, haben einen deutlichen Wettbewerbsvorteil". Nicht zu vernachlässigen sind auch die marketingstrategischen Vorteile, die sich für nachhaltig produzierende Unternehmen mitunter ergeben: Sie können einen Sympathievorsprung beim Kunden erwarten.
Musterschüler
Der Elektronikhersteller Samsung hat bereits vor dreizehn Jahren eine Green Management Initiative gestartet und rangiert beim aktuellen Greenpeace-Ratgeber an zweiter Stelle. Damit verpflichtet sich der Konzern unter anderem der Zertifizierung nach internationalen Standards wie ISO 14001. Im Jahr 2007 erreichte Samsung eine Steigerung der Anzahl seiner umweltfreundlichen Produkte um 139 Prozent. Im Produktbereich lässt Samsung mit innovativen Technologien aufhorchen. So stellte der Konzern auf dem Mobile World Congress 2009 das solarbetriebene Mobiltelefon „Blue Earth“ vor, das aus recyceltem Plastik besteht. Bei weiteren Mobiltelefonen, wie dem Samsung E200 Eco, wird auf organisches Plastik gesetzt, das aus Mais gewonnen wird. Pro Tonne Rohmaterial können damit bis zu 2,16 Tonnen CO2 eingespart werden.
In den Dienst der grünen Sache stellt sich auch der Technologiekonzern Fujitsu. Wolfgang Horak, Senior Vice President South Eastern Europe, betont den Nutzen, den Fujitsu aus seiner grünen Strategie zieht: "Fujitsu sorgt für Nachhaltigkeit bei der Herstellung seiner Produkte. Zum Beispiel nutzt das Unternehmen während des Herstellungsprozesses Rohstoffe, Energie und Wasser so effizient wie möglich, indem in den Fertigungsablauf Recycling-Schleifen integriert sind." Durch solche Maßnahmen konnte Fujitsu in seinem Augsburger Werk die benötigte Energie für die Herstellung eines PCs um mehr als 50 Prozent senken. Nachhaltige Produktion hat damit zweierlei Effekte: Neben den positiven Auswirkungen auf die Umwelt lassen sich auch die Kosten auf Unternehmensseite erheblich reduzieren.
Für die Umsetzung einer grünen Unternehmensstrategie müssen auch die Mitarbeiter in die Unternehmens-philosophie einbezogen werden. Bei Fujitsu setzt man auf regelmäßige Schulungen der Angestellten. Durch den Einsatz von TFT-Bildschirmen und Maßnahmen zur Forcierung des papierlosen Büros wird die Strategie des grünen Arbeitsplatzes verfolgt. "Weiters wird versucht die Klimabelastung durch Flugreisen zu reduzieren, indem so weit wie möglich mit Telefonkonferenzen gearbeitet wird", meint Horak.
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Juni 2009/ Claudia Thon
Den gesamten Artikel lesen Sie in der Juni-Ausgabe des pfm-Magazins.
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